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Antisemitismus in Deutschland ist kein arabischer Import

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Angesprochen auf die Verbrennung von Israel-Fahnen am Wochenende, muss ich sagen dass ich die anschliessend entfachte Instrumentalisierung der Antisemitismus-Debatte für sehr problematisch halte.

Ich glaube, einige freuen sich, den Antisemitismus als arabischen Import zu bezeichnen.

Ich bin jüdischer Musiker, spiele unter anderem jüdische Klezmer-Musik, komme aus Detroit und wohne seit 12 Jahren in Berlin. Ich habe insgesamt 10 Jahre in Neukölln gewohnt.

Die Realität, die ich hier erlebe, hat kaum etwas mit jener zu tun, die nun in der Debatte beschrieben wird.

Klar, man hört hier allerlei blöde Sachen - etwa rassistische, islamophobe und antisemitische Äußerungen.

Aber jede Stadt ist voll von Idioten - und auch von intelligenten Menschen.

Antisemitismus ist ein Gift, aber er ist kein Virus

Diese Unterscheidung ist die wichtige - nicht die Unterscheidung, aus welchem Land ein Mensch kommt oder welcher Religion er angehört.

Hier zu generalisieren, finde ich falsch.

Es waren bestimmt keine Muslime, die in mein Treppenhaus Hakenkreuze gesprüht haben.

Es waren sicher auch keine Salafisten, die Stolpersteine aus dem Boden gerissen haben, in diesem Bezirk, die in Berlin an die Opfer des Holocausts erinnern.

Mehr zum Thema: Warum arabische Kinder zu Antisemiten werden – und der Islam wenig dafür kann

Natürlich halte ich es für gefährlich, dass solche Sätze wie “Juden ins Gas” auf den Straßen gerufen werden.

Das kotzt und greift mich an, egal von wem oder wie selten es vorkommt.

Antisemitismus ist ein Gift, aber er ist kein Virus, der nur hierher gebracht wurde. Er war ja schon da. Er ist eine ideologische Komponente der Luft in diesem Land.

Hier wurden Juden schon viel früher verfolgt.

“Das ist keine echte Religion, sondern eine politische Ideologie”

Wenn man nun jedoch eine ganze Bevölkerung mit Paranoia und Vorurteilen betrachtet, wie derzeit die muslimische, geschieht das nach den gleichen Mustern wie die Judenverfolgung.

Man sagt heutzutage Sachen über Muslime, die man vor 80 Jahren auch über Juden hier gesagt hat. Natürlich werden sie immernoch auch über Juden gesagt. Aber das erweckt in mir Solidarität statt Paranoia.

So etwas wie “Die lassen sich nicht integrieren. Die nehmen unsere Arbeit weg. Die haben andere Werte. Ihre Religion ist rückwärtsgewandt. Das ist keine echte Religion, sondern eine politische Ideologie. Die passen sich nicht an. Die gehören unserer Kultur nicht an.“

Mehr zum Thema: Judenhass macht sich an deutschen Schulen breit, aber kaum jemand nimmt das Problem ernst

Als ich hierher gekommen bin, wusste ich nur, dass Berlin eine weltoffene Stadt ist.

Seit 2006 arbeite ich mit mehreren Menschen aus Nahost, Israel und der ehemaligen Sowjetunion zusammen.

Das ist eine sehr, sehr große Diversität, die ich erlebe.

Aber ich sehe auch zwischenmenschliche Spannungen auf der Straße.

Völkerhass, Fundamentalismus und allerlei Klischees

Hier sind viele Drogen, hier ist viel Mafia, Armut, Ungerechtigkeit und Verzweiflung. Darauf kommt eine Schicht von Völkerhass, Fundamentalismus und allerlei Klischees.

Alles trifft aufeinander. Aber ich erlebe auch inspirierende Gegenteile.

Ich trete mit meiner Band The Painted Bird auf dem Shtetl Neukölln Festival auf. Dort feiern wir die Vielfalt der jiddischen Kultur, Musik und Sprache, die zu dieser Stadt sowie der ganzen Welt gehört. Damals wie heute. Wir spielen regelmäßig Klezmer-Musik in den Kneipen Neuköllns. Wir sehen diesen Stadtteil als eine Art Shtetl, unser Zuhause an.

Im Publikum sind Israelis, Türken, Iren, Perser, Amerikaner, Franzosen, Letten, Schweden, Syrer, Russen, Deutsche - Leute aus aller Welt. Da sind auch Menschen dabei, dessen Politik ich überhaupt nicht teile.

Aber wir teilen diese Musik und diese Stadt. Das finde ich schön. Sowas ist sehr, sehr zerbrechlich. Gerade deswegen müssen wir es verteidigen.

Durch völkisches Denken lösen sich die menschlichen Werte auf

Wenn dieses Gut durch Vorurteile und Klischees gefährdet wird, fühle ich mich sehr viel mehr angegriffen, als wenn ein paar Idioten Israel-Fahnen anzünden.

Wenn alle Mitglieder einer ethnischen Gruppe über einen Kamm geschert werden, wie in der Debatte um die Fahnen-Verbrennung, ist das eine gefährliche Vereinfachung. Das ist rassistisch.

Mehr zum Thema:Was wir über Hass auf Juden unter jungen Muslimen wissen - und was wir dagegen tun können

Durch dieses völkische Denken lösen sich die menschlichen Werte auf.

Und dieses Denken ist jetzt wieder salonfähig und wird von Parteien wie der AfD propagiert. Ihre zynische “Israelfreuendschaft” lehne ich vehement ab. Ihre Politik und Ideologie ist durchaus antisemitisch.

Ich kann dafür keinen einzelnen Ursprung ausmachen.

Überall auf der Welt eine rassistische Denkweisen auf dem Vormarsch

Ich komme aus den USA. Dort ist ein rassistischer Präsident an der Macht.

Und so ist überall auf der Welt eine rassistische Denkweisen auf dem Vormarsch.

Weniger noch in Deutschland als in anderen Ländern Europas.

Und weniger noch Berlin als in anderen Bundesländern dieser schönen Republik. Gerade deswegen müssen wir uns mit aller Kraft gegen solches Denken stellen.


Wetter am Wochenende: Hier könnte es am 3. Advent schneien

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  • Das Wetter am Wochenende ist unbeständig
  • Es wird aber viel Schnee geben
  • Im Video oben seht ihr, wo ihr euch auf Schneegestöber einstellen muss

Das Wochenend-Wetter wird abwechslungsreich: Sonnenschein und dicke Wolken lösen sich immer wieder ab, in tieferen Lagen kann mit Schneeschauern gerechnet werden.

Auf dem Brocken im Harz liegen schon jetzt fast eineinhalb Meter Schnee, so viel lag Mitte Dezember zuletzt vor 36 Jahren.

Dabei bleibt es aber nicht, Nachschub ist in Sicht. Im Westen und Nordwesten der Mittelgebirge kommt es zu Niederschlägen. Über 200 Meter kann es schneien. Kurze Graupelgewitter sind ebenfalls wahrscheinlich.

Neuschnee fällt vor allem in exponierten Staulagen, hier bis zu zehn Zentimeter. Auf den Straßen ist also Vorsicht geboten, ihr müsst mit Straßenglätte und Matsch rechnen.

Im Norden wird es etwas lockerer mit Höchstwerten von 0 bis 5 Grad. Ab 500 Metern Höhe ist teilweise aber sogar mit Dauerfrost zu rechnen.

Am Sonntag klingen die Schauer teilweise ab. Über den Alpen hält der Schneefall allerdings an mit bis zu 15 Zentimetern Neuschnee. In der Nacht gehen die Temperaturen auf -5 Grad zurück.

 

BVB Dortmund - Hoffenheim im Live-Stream: Bundesliga online sehen

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  • Am Abend treffen Borussia Dortmund und TSG 1899 Hoffenheim aufeinander - auch im Live-Stream
  • Das Video oben zeigt, wie ihr die Bundesliga live sehen könnt 

Bundesliga im Live-Stream: Die Hinrunde endet am 3. Adventswochenende.

► Stuttgart trifft am Samstag auf FC Bayern München: Der Herbstmeister möchte seinen komfortablen Vorsprung ausbauen. Dem VfB dagegen droht nach zuletzt drei Niederlagen das Abrutschen auf einen Abstiegsplatz.

Anstoß zu diesem Nachmittagsspiel ist um 15.30 Uhr.

► Dortmund empfängt  um 18.30 Uhr Hoffenheim: Der BVB gewann am vorigen Spieltag in Mainz beim Debüt von Stöger das erste Punktspiel seit Ende September.

Nun soll auch daheim, wo in den vergangenen vier Partien kein Sieg gelang, der Knoten platzen. Hoffenheim rangiert einen Punkt vor dem BVB. 

Wie ihr BVB Dortmund - Hoffenheim im Live-Stream sehen könnt

Die Samstagsspiele sind abseits des Stadions eine Pay-TV-Veranstaltung - und zwar bei Sky: Die Begegnung zwischen VfB Stuttgart und FC Bayern München finden Abonnenten bei Sky Sport 2 ab 15.15 Uhr.

Gleichzeitig bietet Sky Sport 1 die Samstags-Konferenz der Duelle, die um 15.30 Uhr angepfiffen werden.

Ab 17.30 Uhr berichtet Sky Sport 1 dann von der Begegnung zwischen Borussia Mönchengladbach und Schalke 04. Anpfiff ist um 18.30 Uhr.

Abonnenten und Käufer eines Spieltag-Tickets von Sky können die Übertragungen auch im Live-Stream sehen - und zwar auf dem Portal Sky Go:

Samstagsspiele auf Sky Go im Internet sehen (Abo)

 ➨ Das könnte euch auch interessieren: UEFA Champions League im Live-Stream: Die Saison 2017/18 online sehen, so geht’s

Mit Material von dpa.

(cho)

Mann geht in Flammen auf - die Polizei steht vor einem Rätsel

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  • Seit Monaten ermittelt die Londoner Polizei zum Tod eines 70-jährigen Mannes
  • Der Rentner war auf der Straße in Flammen aufgegangen
  • Nach wie vor ist unklar, was der Auslöser des Feuers war

Die Polizei in London steht vor einem Rätsel: Der Fall eines Mannes, der sich offenbar spontan und ohne erkennbaren Grund entzündet hat, ist nach wie vor ungeklärt.

Die Polizei bittet nun um Hinweise, um den Fall abschließen zu können.

Am 17. September sei der aus Irland stammende John Nolan in London spazieren gegangen. In der Nähe seines Hauses hätten Augenzeugen dann beobachtet, wie der 70-Jährige scheinbar plötzlich in Flammen aufging, berichtet die Polizei

Die Passanten hätten daraufhin das Feuer gelöscht. Doch für den Mann kam die Hilfe zu spät. Er erlag seinen Verbrennungen.

Ohne erkennbaren Grund in Flammen aufgegangen

Mysteriös ist: Die Polizei konnte laut eigenen Angaben keinen Brandbeschleuniger oder Ähnliches am Körper des Toten finden. Auch Zeugen hätten bisher den Auslöser des Feuers nicht berichten können.

“Wir haben mit zahlreichen Zeugen gesprochen, die Herrn Nolan in Flammen sahen, aber wir müssen noch herausfinden, wie das Feuer ausgelöst wurde”, sagt der mit der Ermittlung beauftragte Polizist Damien Ait-Amer.

Keiner der Augenzeugenberichte lasse erkennen, dass Nolan zum Zeitpunkt seines Todes noch Kontakt zu einer anderen Person hatte.

Bisher scheint es, als sei Nolan ohne erkennbaren Grund in Flammen aufgegangen.

Gibt es die spontane menschliche Selbstentzündung?

Der Fall gibt Spekulationen über einem modernen Mythos Auftrieb: Demnach komme es vor, dass sich menschliche Körper spontan selbst entzünden.

Die Theorien dahinter reichen von übermäßigen Alkoholkonsum bis zu Kugelblitzen als Auslöser.

Das Phänomen ist allerdings weder durch Augenzeugenberichte noch durch wissenschaftliche Untersuchungen bestätigt. 

(best)

 

 

Ein Satz kann tausende Kinder vor dem Tod bewahren

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Adrian mit einer Sepsis in einer Münchner Klinik.

Es war nur ein beiläufiger Satz. Einer dieser Sätze, die viele Leute schon gar nicht mehr mitbekommen, weil sie bereits mit einem Bein über der Türschwelle stehen – und gedanklich bereits beim nächsten Termin sind.

Es war im Januar 2013. Eigentlich hatte unser Sohn Adrian, der gerade einmal zweieinhalb Wochen alt war, nur einen leichten Virus.

„Bei 38 Grad Fieber muss ein Baby unter drei Monaten ins Krankenhaus“

Die freundliche Ärztin gab schnell Entwarnung, das Ganze sei nicht schlimm. Beim Verabschieden meinte sie allerdings: „Achten Sie bitte darauf, ob Ihr Kind Fieber bekommt. An einen Virus hängt sich oft ein Bakterium.“ Und sie fügte hinzu: „Bei 38 Grad Fieber muss ein Baby unter drei Monaten ins Krankenhaus.“

Viele Eltern wissen das nicht. Denn oft wird weder in der Geburtsklinik noch beim Kinderarzt über dieses wichtige Thema gesprochen, manchmal sogar falsch informiert.

 

Opfer des Gesundheitssystems: Adrian Lill.

Wenige Tage später sollten diese Sätze im Leben meiner Familie eine entscheidende Rolle spielen. Das Leben unseres Kindes sollte schon bald an einem seidenen Faden hängen.

Eine Geschichte über Arroganz, den Sparwahn in deutschen Kliniken und bloße Unfähigkeit

Es ist eine Geschichte, die von Arroganz einzelner Männer in Weiß, vom Sparwahn in deutschen Kliniken und von bloßer Unfähigkeit handelt. Einem Kampf um die rechtzeitige Behandlung unseres todranken Babys, für das jede Minute zählte. Ein Kampf, der unser Leben und unsere Sicht auf das Gesundheitssystem für immer verändert hat.

Es war ein kalter Tag Ende Januar. Noch am Vormittag war unser noch nicht einmal ein Monat alter Sohn Adrian bei einer Routine-Untersuchung. Adrian gehe es „bestens“, sagte sein Kinderarzt.

Irgendwann am späten Nachmittag wurde Adrian dann aber immer schlapper. Doch er trank noch seine Milch. Etwas weniger als sonst – aber er trank.

Am frühen Abend begann er zu schreien, suchte aber immer wieder die Brust meiner Frau. Doch irgendwann hörte unser Baby einfach nicht mehr auf zu schreien und meine Frau meinte, dass es krank sei.

„Stellen Sie sich doch nicht so an: 38 Grad ist kein Fieber!“

Sie maß die Temperatur: 37,5 Grad. Adrian war nicht zu beruhigen. Wenig später zeigte das Thermometer bereits 38 Grad an.

Wir erinnerten uns an Worte der Ärztin, wir sollten in so einem Fall das Baby ins Krankenhaus bringen. Gegen 18.30 Uhr rief ich beim ärztlichen Notdienst an.

Doch auf die Frage, welche Bereitschaftspraxis oder Klinik-Notaufnahme für Säuglinge in München die Geeignete sei, antwortete der sogenannte Experte am anderen Ende der Leitung nur: „Stellen Sie sich doch nicht so an: 38 Grad ist kein Fieber!“

Wir fuhren dann dennoch sofort in eine nicht zu weit von uns entfernte Münchner Klinik. Es dauerte einige Zeit, bis ein Arzt kam. Inzwischen war Adrians Temperatur auf 39 Grad gestiegen.

Kurz kam ein Arzt. Der Mediziner verschwand aber rasch und kam nicht wieder. Eine halbe Stunde, eine Stunde verging – unser Baby weinte und schrie unentwegt. Doch es kam – niemand.

Schließlich lief meine Frau mit dem Kleinen auf den Gang und rief: „Hilfe, warum kommt kein Arzt. Mein Baby ist schwer krank.“ Sie weinte und hörte nicht auf zu rufen, bis der Arzt wieder auftauchte und sie belehrte: „Ein Kind, das so laut schreit und eine so rote Gesichtsfarbe hat, ist nicht krank.“

„Ich würde an Ihrer Stelle aber nach Hause fahren“

Und dann kam er erst richtig in Fahrt: „Einer erfahrenen Mutter würde ich sagen, nehmen Sie Ihr Kind nach Hause und gehen Sie, wenn es am nächsten Morgen nicht besser ist, zum Kinderarzt.“

Eine Empfehlung, die noch immer viel zu viele Ärzte für Säuglinge mit Fieber geben. Eine Empfehlung, die tödlich sein kann.

Für den Mann in Weiß war der Fall klar: „Wir haben jedenfalls kein Zimmer für Ihr Kind.“ Dann wandte er sich meiner Frau zu: „Aber, weil Sie so hysterisch sind, können Sie, wenn Sie wollen, auch in die Müller Klinik*.”

Er habe dort angerufen, ein Zimmer sei frei. „Ich würde an Ihrer Stelle aber nach Hause fahren.“

Obwohl wir darum gebeten haben, eine bakterielle Infektion auszuschließen, nahm er unserem Baby nicht einmal Blut ab. Ein Fehler, der wertvolle Zeit in Adrians Überlebenskampf, der längst begonnen hatte, kosten sollte.

Hinweise, es könne ja auch eine Sepsis (siehe Infokasten unten) sein – wir hatten gerade eine Sendung darüber gesehen -, ignorierte der Mann im weißen Kittel geflissentlich. Wir verließen die Klinik ohne Behandlung.

Auch einen Krankentransport wollte der Arzt nicht organisieren. Wertvolle Zeit verstrich, bis wir ein Taxi ergatterten.

Gegen 22 Uhr kamen wir in der Müller-Klinik an, bei der angeblich ein Zimmer für uns bereit war. Doch niemand wusste überhaupt, dass wir kamen, und ein Zimmer war auch nicht frei.

Offensichtlich hatte uns der Arzt im ersten Krankenhaus angelogen, um uns loszuwerden. In der Müller-Klinik ging dann alles sehr schnell. Sofort wurde Adrian Blut abgenommen.

Wegen der Grippe-Saison war die Klinik eigentlich voll. Das Haus hatte wie so viele andere Kliniken in den vergangenen Jahren massiv Betten abgebaut - ein Skandal, in einem Land, in dem für so vieles Geld da ist, nur eben nicht für die Gesundheit unserer Kinder. Wir wurden provisorisch im Besprechungszimmer der Ärzte untergebracht.

Es ist ein Schmerz, den keine Mutter oder kein Vater durchmachen sollte

„Wenn Sie bis vier Uhr nichts hören, sieht es gut aus“, sagte eine freundliche Ärztin nach der Blutabnahme. Angespannt warteten wir stundenlang. Immerhin, das Baby war inzwischen eingeschlafen. Wir waren unendlich erleichtert, als der Zeiger bereits kurz nach vier Uhr anzeigte.

Doch der Schock war umso größer, als eine halbe Stunde später ein Tross von Ärzten und Schwestern ins Zimmer kam. Der junge Arzt weckte meine Frau mit den Worten: „Ihr Sohn hat eine Sepsis, ein ganz furchtbarer Wert. Wir vermuten eine Hirnhautentzündung.“

Für unser Baby hatte längst ein Kampf auf Leben und Tod begonnen. Denn eine bakterielle Infektion mit sogenannten B-Streptokokken breitete sich in seinem kleinen Körper im Eiltempo aus. Innerhalb weniger Stunden war daraus eine Blutvergiftung geworden, wie diese lebensgefährliche Erkrankung im Volksmund genannt wird. 70.000 Deutsche sterben jährlich daran, vor allem alte oder immungeschwächte Menschen, doch auch viele Babys.

Man müsse nun Rückenmarksflüssigkeit abnehmen, sagt der Arzt. Er brauche hierfür unsere Genehmigung. Ein gefährlicher Eingriff – doch welche Wahl hat man? Keine. Dann mussten wir sofort den Raum verlassen.

Adrian schreit, meine Frau weint auf dem Gang. Ich glaubte aus der Entfernung den Schmerz meines Babys zu spüren. Drei Breitband-Antibiotika sollten die Infektion eindämmen. Doch ob diese medizinischen Allzweck-Waffen wirken – keiner weiß es.

„Er wird doch wieder gesund?“, fragt meine Frau den Arzt. Doch der antwortete nur: „Wir tun, was wir können.“

Es sind Schreie, die sich für immer in meinem Gedächtnis eingebrannt haben

 Am nächsten Tag berichtete eine Ärztin, dass man zwar den Erreger noch nicht kenne, aber diese Sepsis sei „lebensgefährlich“.

Wir meinten, dass es Adrian wegen der Antibiotika doch bald besser gehen müsse. Die Ärztin schwieg.

Ein paar Stunden später wurde uns unser Schätzchen zu Untersuchungen weggenommen. Als eine Schwester das Kind zurückbrachte, sagte sie: „Genießen Sie noch die Zeit mit ihm.“ Und ging.

Es war der erste Moment seit vielen Jahren, in dem ich betete.

Uns wurde bewusst, wie wertvoll diese Stunden waren. Ich fragte eine Ärztin im Flur: „Wie stehen die Chancen?“ Die Antwort: „Es ist sehr gut möglich, dass Ihr Kind diese Nacht nicht überlebt.“

Eins zu fünf. Googelt man die Überlebenschancen bei einer Sepsis für Säuglinge, was jüngere Menschen in Kliniken beinahe automatisch tun, kommt man auf diesen Wert.

Das wird wieder, denkt man kurz. Doch wieder überkommen einen Tränen.

Was dann geschah, sagt viel über unser Gesundheitssystem aus

Bis zu 20 Prozent aller Sepsis-Erkrankungen bei Neugeborenen enden tödlich, erläutert auch Michael Dördelmann, Leiter der Kinderklinik Flensburg, im Gespräch mit der Huffington Post (siehe Infokasten unten).

 

Adrian ist in Lebensgefahr.

Babys erkranken häufiger an einer Sepsis als viele Eltern ahnen. Vor allem Frühgeborene sind betroffen.

Gut jedes fünfte Kind, das in Deutschland mit weniger als 1500 Gramm geboren wird, entwickelt eine Neugeborenen-Sepsis. Nicht wenige der überlebenden Kinder bleiben danach behindert, heißt es bei der Deutschen-Sepis-Gesellschaft.

Adrian war keine Frühgeburt – möglicherweise hat er sich in der Geburtsklinik angesteckt. Seine B-Streptokokken-Blutvergiftung brach Wochen nach der Geburt aus.

„Bei einer solchen Late-Onset-Sepsis kommt es im Durchschnitt in etwa 40 Prozent der Fälle zu einer Gehirnhautentzündung – häufig bleiben als Folge schwere Schäden wie geistige Behinderungen zurück“, erläutert Dördelmann.

Auch in der Klinik findet man im Internetzeitalter schnell solche Zahlen. „Wir waren doch so früh da. Da gilt doch die Statistik nicht“, hofft man.

Dann der Bericht der Ärzte: „Die Antibiotika haben nicht angeschlagen. Es sieht gar nicht gut aus“, sagt ein Arzt. Die Entzündungswerte sind weiter nach oben geschossen.

Noch ist auch nicht klar, ob Adrians Gehirn bereits angegriffen wurde. Das Kind schläft die meiste Zeit.

Das Babybett ist verwaist, die Stofftierchen liegen auf der Krabbeldecke – wieder Tränen

Ich schlafe in diesen Tagen fast nicht. Das Schlimmste ist die Ungewissheit. Einmal komme ich nach Hause: Das Mobile hängt da, die Stofftierchen liegen auf der Krabbeldecke neben dem verwaisten Bett. Wieder Tränen.

Doch auch im Krankenhaus ist der Anblick schrecklich. Das kleine Schätzchen hängt überall an Kabeln und einem Schlauch. Meine Frau und ich halten ihm oft die Hand, sitzen am Bett.

Adrian hat manchmal ganz offensichtlich große Schmerzen. Es sind Schreie, die sich für immer in jedes Gedächtnis einbrennen sollten.

Adrian geht es erst nach einigen Tagen besser.

Erst am dritten Tag sieht es besser aus. Es wird klar, dass ein Antibiotikum zwischenzeitlich angeschlagen hat. „Sie sind wahrscheinlich gerade noch in letzter Sekunde gekommen“, wird uns gesagt.

Wenn ich das so schreibe, klingt es ein wenig wie eine dieser Klinik-Vorabendserien. Doch es ist ein Schmerz, den keine Mutter und kein Vater durchmachen sollte. Ein Schmerz, der sicher für viele Eltern vermeidbar wäre, wenn Ärzte noch besser für das Thema sensibilisiert würden.

Und wenn in den Kliniken nicht der Rotstift regieren würde. Denn nicht selten wird eine Sepsis durch mangelnde Hygiene in den Geburtskliniken übertragen.

Viele Fälle wären vermeidbar. Verdi zufolge fehlten in Deutschlands Krankenhhäusern bereits 2014 allein 70.000 Krankenschwestern und Zehntausende Ärzte.

Es geht einer Erhebung der Gewerkschaft unter 237 deutschen Kliniken zufolge “nicht nur um Einzelfälle”. Mitunter sei eine einzige Krankenschwester für rund 70 Kranke verantwortlich.

Oft kommt es auch zu einer Sepsis, weil der nötige B-Streptokokken-Test bei der Mutter nicht erfolgte. In unserem Fall war der freilich negativ. Doch es ist ein Skandal, dass viele Frauenärzte ihn noch immer nicht machen.

Für vieles ist in Deutschland Geld da – doch offenbar nicht für todkranke Kinder

In unserem Fall schien das Antibiotikum nach drei Tagen zwar immer besser zu wirken. Doch die Ärzte waren noch immer nicht sicher, ob unser Baby überleben würde. Auch sah es so aus, als ob schwere Schäden zurückbleiben könnten.

Eine nette Schwester wollte meine Frau und mich aufbauen und sagte: „Es muss nicht immer etwas Schlimmes zurückbleiben.“ Eine solche Krankheit könne auch gut ausgehen. Ein Mädchen etwa, das sie behandelt habe, sei immerhin nicht geistig behindert. „Das Kind hat nur Probleme zu schlucken, braucht eine Kanüle.“

Will man uns auf das Unvermeidliche vorbereiten?

Ab dem vierten Tag verbessert sich der Zustand unseres Kindes weiter. Hörtests, Lungentestes, Herztests, jedes Organ wird in den Folgetagen gecheckt. Nur beim Gehirn können die Ärzte damals keine Entwarnung geben.

Doch ohne es zunächst zu merken, werden wir erneut Opfer unseres kaputtgesparten Gesundheitssystems. Ab dem siebten Tag ist Adrians Kissen nach der Antibiotikagabe, die über einen Schlauch erfolgt, immer nass. Zunächst dachten wir, das sei beim Waschen passiert.

Am zehnten Tag geht es Adrian deutlich besser, er soll entlassen werden. Aber Eltern - und vor allem Mütter - spüren oft instinktiv, wenn etwas mit ihrem Kind nicht stimmt.

An diesem Tag durften wir das Baby auch während der Antibiotikagabe hochheben - dann sah man eindeutig, dass die Nadel nur aufgeklebt war und das Medikament komplett daneben lief.

Wir sprechen eine Schwester und eine Ärztin an: “Die Flüssigkeit auf dem Kissen ist eindeutig.” Antibiotika. Doch die Schwester sagt, es reiche gegebenenfalls auch eine Woche Medikamentengabe. “Selbst, wenn etwas daneben gelaufen ist, macht das nichts.”

Und auch die Leiterin der Abteilung versichert uns, dass die Gabe von sieben Tagen Antibiotika völlig ausreichend sei, und schmiss uns raus. Sie weigerte sich auch, Blut abzunehmen, um zu überprüfen, ob das Kind wirklich gesund ist. Unseren Wunsch, dass Adrian noch drei Tage Antibiotika bekommen sollte, wies sie ebenfalls barsch zurück.

Nach der Entlassung war uns leider nur eine kurze Pause vom Horror in deutschen Kliniken vergönnt, bevor Adrian erneut an einer Sepsis erkrankte.

Wir waren gerade im Zoo, da verweigerte Adrian auf einmal das Trinken und hörte nicht mehr auf zu schreien. Er hatte wieder Fieber, also eilten wir wieder in die Müller Klinik, in der sein Fall ja bereits bekannt war.

“Ihr Kind wird nie einen normalen Kindergarten besuchen“

 “Wie uns später mehrere renommierte Ärzte mitteilten, hatte der Junge tatsächlich zu kurz Antibiotika bekommen. 14 Tage Antibiotikagabe seien bei Babys unter drei Monaten obligatorisch, betonen Sepsis-Experten.

 Doch ganz offensichtlich, weil Kliniken zunehmend zu gewinnorientierten Unternehmen verkommen, wird selbst an der Gesundheit von Babys gespart. Denn deutsche Krankenhausbetreiber bekommen mittlerweile für jeden Patienten eine Fall-Pauschale.

Vereinfacht gesagt bedeutet das: Muss ein Patient, auch wenn es ein Säugling ist, länger als bei der Krankheit im Durchschnitt üblich, in der Klinik bleiben, gibt es deshalb von der Krankenkasse nicht mehr Geld. Einen Patienten möglichst früh zu entlassen, ist für das Krankenhaus damit lukrativ.

 Kritiker bemängeln, Kliniken hätten deshalb ein großes Interesse, die Patienten möglichst rasch loszuwerden. Wegen dieser „Geiz ist geil“-Mentalität im deutschen Gesundheitswesen sollte unser Baby also nur zehn statt 14 Tage behandelt werden.

„Es liegt nahe, dass die Infektion damals nicht ausgeheilt wurde“, sagte uns später ein sehr renommierter Sepsis-Spezialist.

Dumm, wer mit der U-Bahn kommt - Wer mit dem Notarzt kommt, hat erst einmal Vorrang

Wieder kämpfen wir im Krankenhaus darum, dass Adrian rechtzeitig behandelt wird. Der Kleine wird immer bleicher, schreit unablässig.

Wir weisen die Schwester am Eingang darauf hin, dass wir davon ausgehen, dass Adrian erneut eine Sepsis hat, weil er zu früh entlassen wurde. Sie antwortet, die Klinik müsse „erst die Kinder behandeln, die mit dem Notarzt kommen, selbst, wenn sie nur wegen einer Lappalie da sind“. Dumm, dass wir mit der U-Bahn gefahren sind und nicht einfach den Notarzt gerufen haben.

 Später heißt es, eine solche Anweisung gebe es nicht – Adrian nützte das jedoch nichts. Er musste warten und hätte noch sehr lange keine Behandlung bekommen, wenn wir nicht eine Ärztin auf einem Flur gefunden hätten, die Adrian bereits wegen der ersten Sepsis behandelt hatte.

Sie erkannte seinen katastrophalen Allgemeinzustand und gab ihm sofort Antibiotika.

Schnell ist klar: Unser Baby hat wieder eine B-Streptokokken-Sepsis. Wieder müssen wir um sein Leben bangen. Die Gedanken kreisen die ersten 48 Stunden nur darum, ob die Antibiotika anschlagen, oder ob wir diesmal zu spät gekommen sind.

Sieben Stunden zu spät die Antibiotika verabreicht

Diesmal wird er in der Klinik die meiste Zeit vorbildlich behandelt. Doch auch nach zwei Tagen ist nicht klar, ob er überlebt. Nach einigen Tagen konfrontiert der behandelnde Arzt meine Frau mit der vorläufigen Diagnose: „Ihr Kind hat einen extrem seltenen Immun-Defekt. Es wird nie einen normalen Kindergarten besuchen können.“

Schließlich sei eine zweifache Sepsis ein extrem starker Indikator für einen schweren Immundefekt. Er werde das erste Jahr nur überleben, wenn eine lebensgefährliche Knochenmarkstransplantation erfolgreich durchgeführt werden könne. Glücklicherweise stellte sich später heraus, dass es sich hierbei um eine völlige Fehldiagnose handelte.

Doch auch diese heftige Diagnose hinderte das Klinikpersonal nicht daran, einmal die lebensnotwendigen Antibiotika sieben Stunden später als medizinisch nötig zu verabreichen und nachts ein infektiöses Kind in sein Zimmer zu legen, obwohl die Ärzte Adrian unter Quarantäne gestellt hatten.

Aber so ist das eben. „Es gibt einfach zu wenige Ärzte, Pflegepersonal und Zimmer“, sagte uns eine Schwester ganz ehrlich.

Der Sparwahn hätte Adrian beinahe umgebracht.

Unser Sohn hatte sehr großes Glück. Er hat zweimal die Sepsis überstanden und ist wieder ganz gesund geworden.

Klar ist: Wir sind dem Personal der Müller Klinik bis heute unendlich dankbar dafür, dass es unserem Sohn das Leben gerettet hat. Lange Zeit waren wir allerdings verunsichert, ob vielleicht doch etwas zurückgeblieben ist.

Doch erst kürzlich sagte eine Erzieherin, wie „brutal intelligent“ der Junge doch sei. Solche Worte haben für uns eine ganz besondere Bedeutung.

Wir haben der Krankenhaus-Leitung irgendwann noch einen Brief geschrieben. Wenn ein übereifriger Unternehmensberater mal wieder meint, es gebe zu viele Pfleger oder Ärzte, sollten sie den schicken Jungspunden in ihren Armani-Anzügen gerne unsere Erlebnisse schildern.

Doch das Wichtigste: Das reiche Deutschland, das für so vieles Geld hat, muss auch für seine Kliniken endlich ausreichend Mittel zur Verfügung stellen. 2,5 Milliarden Euro fehlen den Krankenhäusern jedes Jahr.

Viel zu oft erkennen Ärzte eine Sepsis nicht oder viel zu spät

Die Krankenhäuser sollen endlich alle Eltern nach der Geburt über das Risiko einer Sepsis aufklären - damit am Ende niemand mehr das erleben muss, was wir erlebt haben.

Denn Väter und Mütter müssen im Ernstfall schnell reagieren. Kinderarzt Dördelmann sagt: „Bei einer Sepsis von Babys kommt es auf jede Stunde an.“ Den kleinen Körpern drohe innerhalb „weniger Stunden ein totaler Verfall“.

Eltern sollten bei Säuglingen unter drei Monaten bei 38 Grad unbedingt einen Arzt und falls möglich gleich ein Krankenhaus aufsuchen, rät er. Bei unter sechs Monaten gelte eine Grenze von 38,5 Grad.

Bedingungslose Liebe zu den eigenen Kindern

Der renommierte Freiburger Sepsis-Experte Philipp Henneke hält es ebenfalls für erforderlich, bei Babys unter vier Monaten bereits bei 38 Grad Fieber zum Arzt oder gleich in die Klinik zu gehen. Säuglinge hätten in den ersten Lebenswochen ein “deutlich erhöhtes Risiko für schwere Infektionen”.

Diese seien “schwierig zu erkennen”, könnten jedoch „innerhalb von Stunden zu einer lebensbedrohlichen Zustandsverschlechterung führen“, sagt er der “Huffington Post”.

Die Deutsche Sepsis-Gesellschaft mahnt seit Jahren eine bessere Ausbildung der Ärzte an. Eine Blutvergiftung werde oft nicht oder zu spät erkannt wird.

Eltern von Säuglingen bräuchten sich deshalb nicht scheuen, direkt zu einer Klinik zu gehen, so Dördelmann. Krankenhäuser könnten innerhalb von weniger als einer Stunde die für die Erkennung einer Sepsis nötigen Bluttests machen. Bei niedergelassenen Ärzten kann leicht ein Tag vergehen.

Dördelmann hat es in seiner Laufbahn öfter erleben müssen, „ dass Eltern mit ihren Babys viel zu spät ins Krankenhaus kamen“. Er rät aber zur Vorsicht bei Selbst-Diagnosen: „Fieber ist nur ein Kriterium.“ Auch, wenn der Säugling beispielsweise stundenlang nichts trinke oder die Hautfarbe sehr fahl wirke, sei der Gang zum Arzt oder in die Klinik „unerlässlich“.

Und für uns Eltern gilt: Aus Liebe zum Kind sollte man nie aufgeben. In einem kaputt gesparten Gesundheitssystem wie dem unseren sollte man sich nie beirren lassen, nicht abwimmeln lassen.

Adrian ist heute ein ganz gesundes Kind. Das Bild zeigt ihn im Sommer 2015.Darauf solltet ihr bei Babys achten

* Der Name der Klinik wurde vom Autor geändert. Denn trotz der zu kurzen Behandlungsdauer haben die Ärzte und Schwestern dieses Krankenhauses unserem Kind das Leben gerettet. Dafür sind wir den Mitarbeitern auf ewig dankbar. Die geschilderten Behandlungsfehler können aufgrund des massiven Personalmangels in vielen Kliniken so oder ähnlich passieren. Dieser Artikel soll dazu beitragen, dass nicht weiter an unseren Kinderkrankenhäusern gespart wird.

Polizistin: "Ich soll Weihnachtsmärkte schützen, aber bezweifle, dass ich es kann"

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Seit 2016 sind vermehrt Polizisten auf deutschen Weihnachtsmärkten im Einsatz (Symbolbild)

Sind wir in der Lage, Anschläge zu verhindern? Ich muss ganz ehrlich sagen, wir tun sehr viel dafür, aber wir wissen nie, auf welche verrückten Ideen Terroristen oder andere Kriminelle kommen. Ich bin Polizistin* und versuche jeden Tag aufs Neue, Weihnachtsmärkte vor Terroranschlägen zu schützen. 

Normalerweise haben wir nur eine Dienstpistole bei uns. Aber jetzt, im Dezember auf den Weihnachtsmärkten, tragen wir auch eine Maschinenpistole um den Hals.

Da ist ziemlich untypisch und sieht sehr martialisch aus. Das macht den Leuten Angst. Vielen sehe ich regelrecht an, dass sie es sich zwei Mal überlegen, ob sie uns ansprechen. Oft machen sie einen regelrechten Bogen um mich und meine Kollegen.

Aber einige sind trotzdem neugierig und machen sich Sorgen, dass wir nur da sind, weil vielleicht schon etwas passiert ist, jemand gedroht hat. Sie werden misstrauisch. Wenn sie dann erfahren, dass wir Streife laufen, um einen vermeintlichen Anschlag zu verhindern, sind sie beruhigt.

Die Gefahr lauert überall

Aber können wir das wirklich? Ich zweifle daran.

Um ehrlich zu sein haben wir auch kein System, nach dem wir vorgehen können. Wir laufen durch die Gegend, mal schneller, mal langsamer. Achten darauf, ob uns Dinge auffallen, sich Personen ungewöhnlich verhalten, sich daneben benehmen, zu viel trinken oder unentspannt wirken.

Doch reicht das?

Einmal hat ein älterer Mann mich und meinen Kollegen angesprochen und uns auf einen Stand hingewiesen, an dem große Messer verkauft werden. “Schön und gut, dass ihr hier Streife lauft und Betonpoller aufstellt. Aber wenn ich hier einen Anschlag verüben wollte, müsste ich doch einfach nur eines dieser Messer schnappen?!”

Und in gewisser Weise hat er recht.

Die Gefahr lauert überall. Natürlich achten wir auf viel mehr Dinge, als dem Normalbürger vielleicht bewusst sind. Wir versuchen, ein Auge darauf zu haben, was auf einen Weihnachtsmarkt gehört und was nicht.

Aber jedes Mal genau inspizieren, wer was in den Mülleimer wirft? Das tun wir nicht und können wir nicht.

Einen Anschlag verhindern? Das ist irgendwie Glückssache

Es ist nicht immer der gleiche Typ Mensch, der auffällig ist. Selbst bei einem Fußballspiel können wir nicht sagen, dass wir nach einem bestimmten Typen suchen.

Bei einer Paketbombe wie beispielsweise vor kurzem in der Apotheke in Potsdam können wir nicht nicht viel tun. Klar, wir könnten den Weihnachtsmarkt einzäunen und jeden durchsuchen. Aber das wäre nur komplette Panikmache.

Ich glaube, alles werden wir nie verhindern können. Es ist wichtig und gut, viele Einsatzkräfte bei großen Veranstaltungen vor Ort zu haben. Das gibt den Menschen zumindest das Gefühl von Sicherheit. Und so können wir dafür sorgen, dass wir Dinge frühstmöglich erkennen und dann natürlich schnell handeln.

Aber verhindern? Das ist irgendwie auch eine Glückssache. Es war ja auch Glück, dass dem Apotheker das Paket in Potsdam komisch vorgekommen ist.

Ich hoffe, dass ich nie eine reale Gefahr bannen muss

Und selbst wenn etwas passiert, weiß ich als normale Polizistin nicht gleich über alles Bescheid. Viel verbreitet sich schnell unter Kollegen und über Funk. Aber bis wir über genaue Details unterrichtet werden, dauert es.

Manchmal stehe ich auch nur zufällig neben einem unserer Pressesprecher und erfahre gleichzeitig mit den Journalisten, was passiert ist.

Auch ich als Polizistin denke noch immer, ein Terroranschlag ist ganz weit weg. Im Kopf schützt man sich davor, dass es passiert, dass es einen trifft, versucht nicht darüber nachzudenken.

Und insgeheim hoffe ich, dass ich nicht diejenige bin, die eine reale Gefahr bannen muss.

Der Text wurde von der HuffPost-Redaktion aufgezeichnet.

*Name geändert, echter Name ist der Redaktion bekannt.

Top-News To Go: CSU kürt Söder fast einstimmig zu Seehofers Nachfolger

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Nun ist es endgültig: Der bayerische Finanzminister Markus Söder wird bei der Landtagswahl im nächsten Jahr als Spitzenkandidat der CSU antreten.

Das ist passiert: 

► Beim CSU-Parteitag in Nürnberg hat die CSU Söder fast einstimmig zum Nachfolger des bisherigen Ministerpräsidenten Horst Seehofer gekürt. Nur vier CSU-Delegierte stimmten dagegen.

Söder soll bereits vor der Wahl im Herbst Ministerpräsident werden. Im ersten Quartal 2018 will Seehofer sein Amt abgeben. Söder soll im Landtag zum neuen bayerischen Ministerpräsidenten gewählt werden.

Darum ist es wichtig: 

Der Machtkampf in der CSU ist damit offiziell beigelegt. Nach dem historisch schlechten Ergebnis der Partei bei der Bundestagswahl (38,8 Prozent) war der Widerstand gegen Seehofer gewachsen, über Wochen hatte der Flügel um Söder gegen den Parteichef gestichelt.

Nun ist die CSU auf dem Parteitag um Geschlossenheit bemüht. Das zeigt das Wahlergebnis für Söder.

Die CSU wird künftig von der Doppelspitze Seehofer/Söder geführt. Ob die beiden Dauerrivalen wirklich harmonisch zusammenarbeiten, wird sich zeigen. Seehofer hatte in der Vergangenheit Söder etwa “charakterliche Schwächen” attestiert und gesagt, der Finanzminister sei von Ehrgeiz zerfressen.

Mehr zum Thema: Slomka fragt Söder im “Heute-Journal” nach dem CSU-Machtkampf - seine Antwort macht sie sprachlos

Was ihr noch wissen solltet:

Auf dem Parteitag in Nürnberg gab es keine Überraschungen. Die Stabübergabe hatten Seehofer und Söder vorab abgesprochen.

CSU-Chef Horst Seehofer ist auf dem Parteitag erneut in seinem Amt bestätigt worden. Er erhielt mit 83,7 Prozent der Stimmen sein bislang schlechtestes Ergebnis.

Allerdings hatten viele CSU-Politiker nach den Querelen der vergangenen Wochen die Messlatte nur auf 80 Prozent angelegt.

Mit Material der dpa.

(jg)

Wie Kim Jong-un einen Schneesturm gestoppt haben will

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Kim Jong-un kontrolliert alles in Nordkorea - so behauptet es die Propaganda-Maschine des Diktators. Scheinbar ist er auch der Herr über das Wetter.

Wie die ranghöchste Nachrichtensprecherin des Staatsfernsehens verkündete, sei der Diktator sogar in der Lage, ein Schneechaos zu vertreiben.

Gefunden auf: weather.com


Wie Emmanuel Macron international Angela Merkel den Rang abläuft

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  • Während Angela Merkel um eine stabile Regierung ringt, ist der französische Präsident Emmanuel Macron dabei, seine Position auf der internationalen Bühne zu stärken
  • Drei Beispiele zeigen, wie Macron vorwärtsprescht, während Merkel zögert

Emmanuel Macron sei der Duracellhase der Diplomatie, schreibt das britische Wochenzeitschrift “The Economist” in der aktuellen Ausgabe.

Wie die berühmte Werbefigur schlägt der französische Präsident auf der internationalen Bühne die Trommel für sein Land. Unermüdlich.

Allein seit Beginn des Monats reiste Macron nach Algerien und Katar, empfing den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu, hielt einen Gipfel zum Klimaschutz in Paris ab - und traf die Staatschefs der EU zum Treffen in Brüssel am Freitag.

Ein Partner des Franzosen scheint da das Nachsehen zu haben: Deutschland und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Merkel, die Getriebene

“Die Kanz­le­rin, so der Ein­druck, wird im­mer mehr zur Ge­trie­be­nen des jung-dy­na­mi­schen Prä­si­den­ten”, kommentiert der “Spiegel” das Verhältnis der beiden Staatschefs.

Denn während Merkel in Berlin immer noch um die Bildung einer stabilen Regierung ringt, kann Macron sein Land auf der internationalen Bühne neu positionieren - mit einer starken parlamentarischen Mehrheit im Rücken.

“Man kann schon jetzt sagen, dass Macron sehr selbstbewusste internationale Politik machen will und macht”, sagte Frank Baasner kürzlich der HuffPost. Er ist Direktor des Deutsch-Französischen Instituts in Ludwigsburg.

Der junge Präsident stehe in der Tradition des französischen Generals und Präsidenten Charles de Gaulle. Wie der große Staatsmann wolle Macron Frankreich “ganz gezielt als internationale Macht” positionieren.

Drei Beispiele verdeutlichen Macrons Ehrgeiz

Drei Beispiele der vergangenen Monate zeigen, wie Macron die Stellung Frankreichs in Europa und der Welt ausbaut - während Merkel gezwungenermaßen abwarten muss:

► Vorreiter der EU-Reform

Mit seiner ambitionierten Rede an der Pariser Universität Sorbonne hat der französische Staatschef seine Vision für das Europa der Zukunft vorgelegt. Dazu gehörten unter anderem die Idee eines EU-Finanzministers.

Vergangene Woche zog die EU-Kommission mit einem eigenen Reformplan nach. Die Pläne unterscheiden sich zwar teilweise erheblich von Macrons Vision. So fehlt etwa ein eigenes Budget für die Euro-Zone in den Vorschlägen der EU-Kommission.

Dennoch verkörpere der Plan der Kommission eher die ambitionierten Vorschläge von Macron als die konventionelleren Ideen der CDU und CSU, sagt etwa der Wirtschaftswissenschaftler Andrew Watt.

Auch das Brüsseler Magazin “Politico” befand, dass Frankreich unter Macron derzeit am meisten Gewicht am Verhandlungstisch in Brüssel habe - und die Agenda für die EU bestimmen kann.

Noch kann Merkel keine Antwort geben. Macron sagte am Freitag in Brüssel, er hoffe, ab März an einer gemeinsamen Roadmap zur Reform der Eurozone arbeiten zu können.

Mogelpackung oder großer Wurf? Politiker und Experten streiten über die Euro-Reformpläne

► Der Einpeitscher

Schon eine kleinen Szene des EU-Gipfels in Brüssel zeige, wie Macron seiner deutschen Kollegin derzeit den Rang abläuft, berichtet der “Spiegel”.

Der Franzose sei mal wieder vor der Kanzlerin da gewesen - und habe bereits Fragen deutscher Journalisten beantwortet. Merkel habe versucht, Macron zu verdrängen. 

“Es dau­ert eine Wei­le, bis Ma­cron die Kanz­le­rin be­merkt, not­ge­drun­gen gibt er ihr zwei Küss­chen und um­armt sie”, heißt es im “Spiegel”. Dann habe Macron auf die Kameras gedeutet und gesagt: “I did it.”

“Hab ich al­les er­le­digt für dich”, sei laut dem “Spiegel” die Botschaft für Merkel gewesen.

► Der Trump-Versteher

Macrons wichtigste Rolle aber sei, kommentiert der “Economist”, der einzige Staatschef in Westeuropa zu sein, der eine harmonische Beziehung zu US-Präsident Donald Trump unterhält.

Zwar bezogen die beiden Präsidenten in der Vergangenheit immer wieder bei manchen Themen unterschiedliche Positionen. Etwa beim Klimawandel oder auch der Entscheidung der USA, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen.

Dennoch würden sich Macron und Trump auf einer persönlichen Ebene verstehen, berichtet der “Economist”. “Sie verbindet die Erfahrung, als politische Außenseiter ein hohes Amt gestürmt zu haben.”

Das könnte für Macron hilfreich sein, um seinen Einfluss international zu stärken.

“Frankreich ist dabei, ein Vakuum zu füllen”, sagt daher Politikberater François Heisbourg zum “Economist”.

Dieses “Economist”-Cover zeigt, wie sich die Zeiten für Merkel geändert haben

So leben Menschen in einem Flüchtlingslager im Geburtsort von Jesus

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  • Julia Schönstädt ist Fotografin aus Berlin
  • Sie reiste nach Bethlehem und unterhielt sich dort mit jungen Menschen in einem Flüchtlingscamp
  • Im Video oben erzählen sie von ihren Schicksalen

Bereits 2015 zeigte die Berliner Fotografin Julia Schönstädt, welche Gegenstände Flüchtlinge auf ihrer beschwerlichen Reise nach Deutschland bei sich tragen.  

Für ein neuerliches Projekt reiste sie nach Bethlehem. Während viele Deutsche an Weihnachten die Geburt Christi feiern, geht es in der Stadt nicht besonders festlich zu, in der nach der Überlieferung Jesus geboren worden sein soll.

Menschenunwürdige Bedingungen

Durch den Konflikt mit Israel mussten viele Palästinenser ihre ursprüngliche Heimat verlassen. Einige von ihnen kamen im palästinensischen Flüchtlingscamp Aida in Bethlehem unter, das 1950 gegründet wurde. 

Bethlehem gehört zu Palästinensischen Autonomiegebieten und grenzt im Norden an Jerusalem. 

Die Fotografin Schönstädt reiste in das Flüchtlingslager. Sie sprach vor allem mit jungen Menschen und fragte sie nach ihren Geschichten.

Ihre Aussagen zeigen, unter welchen schweren Bedingungen die Menschen in dem Camp leben müssen.

Mit 15 zum ersten Mal inhaftiert

Einige der Jugendlichen sind noch voller Hoffnung, wie etwa Araz (18): “Ich würde gerne Informatik in Deutschland studieren. Der Vater eines Freundes sagt, das Bildungssystem dort sei gut. Bisher bin ich jedoch nur einmal gereist - nach Jordanien.”

Je älter die Bewohner allerdings sind, desto weniger Positives hatten sie zu berichten, wie Mahmoud (30): “Als ich 15 Jahre alt war, wurde ich zum ersten Mal für zwei Jahre inhaftiert. Als ich 20 war noch einmal für ein Jahr.”

Das sei leider keine Ausnahme, sagt er. Vielen Palästinensern passiere das. ”Die Israelis versuchen, unser Denken und unsere Ideologie zu ändern. Aber es stärkt unseren Drang nach Freiheit nur noch mehr”, sagt Mahmoud.

Zwei Mal auf friedlichen Demos angeschossen

Sadam ist 24 Jahre alt und erzählt: “Ich arbeite Vollzeit und verdiene den Mindestlohn von umgerechnet 450$. Ich lebe bei meinen Eltern - ich bin der Letzte, von 13 Kindern, der noch zu Haus wohnt.”

Er berichtet: “Ich wurde zwei mal angeschossen. Beim ersten Mal war ich 13 Jahre alt. Es war beide Male auf friedlichen Demonstrationen.”

Sadam wurde vor ein paar Wochen wieder verhaftet und ist derzeit in Gefangenschaft.

Im Video oben seht ihr weitere Schicksale und die dazugehörigen Bilder.

 

(ll)

"Das Supertalent"-Finale im Live-Stream online sehen, so geht's

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  • 14 Talente können das “Supertalent 2017” werden - auch im Live-Stream
  • Los geht’s am Samstag um 20.15 Uhr

“Supertalent”-Finale im Live-Stream: Noch haben 14 Talente die Chance, das “Supertalent 2017″ zu werden. RTL zeigt das Finale seiner Show am 16. Dezember ab 20.15 Uhr live.

Bisher hatte die Jury aus Dieter Bohlen, Nazan Eckes und Bruce Darnell das entscheidende Wort. Nun bestimmen alleine die Zuschauer per Telefonanruf, wer den Titel und damit 100.000 Euro Siegprämie gewinnt, teilte RTL am Mittwoch mit.

Die Bewerber um den Titel bringen ganz unterschiedliche Fähigkeiten mit: Neben einigen Musikern und einem Männerchor aus Wien sind noch unter anderem auch eine Hundetrainerin, ein Breakdancer und mehrere Luftakrobaten im Rennen.

Wie ihr “Das Supertalent” im Internet sehen könnt

Um 20.15 Uhr zeigt RTL “Das Supertalent” - auch im Live-Stream. Diesen finden Internetnutzer auf dem Sender eigenen Portal “TVnow”, jedoch ist zum Abruf ein Abonnement nötig.

 RTL im Live-Stream sehen - hier geht’s (mit Abo)

Im Anschluss können Interessierte die Auftaktfolge der Show in der RTL-Mediathek kostenlos online sehen. Das Video-on-Demand-Angebot gilt sieben Tage.

 “Das Supertalent” in der Mediathek - hier findet ihr die aktuelle Folge

"Schlag den Henssler" im Live-Stream: ProSieben-Show online sehen

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  • “Schlag den Henssler” beginnt am Samstag um 20.15 Uhr  - im Live-Stream
  • Steffen Hensslers Gegner wird vorab im Internet gewählt
  • Das Video zeigt, wie ihr ProSieben online sehen könnt

“Schlag den Henssler” im Live-Stream heißt es am Samstag zum dritten Mal.

“Auch wenn bald Weihnachten ist und der Jackpot bei 750.000 Euro steht, habe ich keine Geschenke zu verteilen”, sagt Steffen Henssler.

Sein Credo für die nächste Runde: “Man muss immer schauen, dass man über den ganzen Abend im Rhythmus bleibt. Ich versuche, mich nicht allzu sehr ablenken zu lassen und fokussiert zu bleiben.”

Das Besondere dabei: ProSieben hat die Regeln verändert - und die Sendung verkürzt.

Dieses Mal wird der Gegner für Henssler vorab im Internet gewählt. Die Sendung wird verkürzt - und es soll schneller zur Sache gehen.

“Schlag den Henssler” im Live-Stream sehen

Und zwar am Samstag ab 20.15 Uhr auf ProSieben. Internetnutzer können auf der Homepage “Schlag den Henssler” im Live-Stream sehen - jedoch nur mit einem kostenpflichtigen 7TV-Abo.

ProSieben im Live-Stream sehen, hier geht’s (Abo)

Eine kostenlose Alternative gibt es auch: Der Sender bietet über seine ProSieben-App nämlich auch einen Live-Stream an - und der ist kostenlos.

Die ProSieben-App bietet einen kostenlosen Live-Stream

Nach der Ausstrahlung habt ihr Erfahrungsgemäß gute Chancen die Show als Video-on-Demand in der Mediathek zu finden.

Die Mediathek des Senders findet ihr hier

"Klein gegen Groß" im Live-Stream: Das ZDF-Duell online sehen

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  • “Klein gegen Groß - Das unglaubliche Duell” am 16. Dezember auch im Live-Stream sehen
  • Im Video erklären wir, wie ihr Programm des Ersten im Internet abrufen könnt 

“Klein gegen Groß” im Live-Stream: Am Samstagabend treffen im Wettkampf begabte Kinder auf prominente Erwachsene. In den Wunschdisziplinen der Mädchen und Jungen müssen die Stars zeigen, was sie können. moderiert von Kai Pflaume.

 

Rund fünf Millionen Zuschauer erreicht das Erste mit dem Konzept. Eine gehörige Rolle dürfte dabei die klammheimliche Freude der Zuschauer spielen, wenn die Großen sich gegen die Kleinen blamieren.

Am 16. Dezember wagen sich trotzdem fünf Weltmeister in die Show: 

  • Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg
  • die zweifache Olympiasiegerin und mehrfache Eiskunstlauf-Weltmeisterin Katarina Witt
  • Turn-Weltmeister Fabian Hambüchen
  • Skisprung-Weltmeister Thomas Morgenstern 
  • Schach-Weltmeister Anatoli Karpow

Und sie sind nicht allein: Promis wie Moderator Günther Jauch, “Bergdoktor”-Star Hans Sigl und “der letzte Bulle” Henning Baum sind bei Kai Pflaume zu Gast. 

“Groß gegen Klein” im Live-Stream sehen, so geht’s

Das Erste zeigt an diesem Samstag “Klein gegen Groß” um 20.15 Uhr im Free-TV.

Zeitgleich können Internetnutzer die Show im Live-Stream der ARD-Mediathek online sehen. Dort findet ihr nach der Ausstrahlung die neue Ausgabe von “Klein gegen groß” als Video-on-Demand.

 Das Erste im Live-Stream

 Die ARD-Mediathek findet ihr hier

Mobbing-Opfer und Psychiatrie-Patient: Das wurde aus "Anakin Skywalker"

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  • Am Donnerstag ist der neueste Teil der “Star Wars”-Reihe in den US-Kinos gestartet
  • Für Schauspieler Jake Lloyd bedeutete die Rolle als Anakin Skywalker in der ersten “Star Wars”-Episode allerdings kein glückliches Leben als Star
  • Im vergangenen Jahr landete Lloyd in der Psychiatrie

Einmal mehr ist die Welt vom “Star Wars”-Fieber ergriffen. Der neue Teil der Weltraum-Saga hat am Donnerstagabend einen starken Start hingelegt. 

Im achten Teil der “Star Wars”-Reihe sind auch einige der Stars der ersten Filme wieder zusehen: Mark Hamill als Luke Skywalker und Carrie Fisher als Prinzessin Leia.

Für manchen Schauspieler war die Rolle im Kampf zwischen den Jedi und Sith der Durchbruch und Startschuss für eine grandiose Erfolgsgeschichte. Man denke an Harrison Ford als Han Solo.

Für andere dagegen waren die Tage nach “Star Wars” düster. Wie etwa für Jake Lloyd, der als Zehnjährige 1999 den jungen Anakin Skywalker in der ersten Episode “Die dunkle Bedrohung” spielte.

Der Erfolg war zu viel für den “Star Wars”-Star

Nach dem riesigen Erfolg blieben die Jobangebote für den Kinderstar aus. Im vergangenen Jahr berichtete das US-Promiportal “TMZ”, Lloyd sei in eine Psychatrie eingewiesen worden. Eine medizinische Betreuung sei notwenig gewesen.

Zuvor saß Lloyd nach einer wilden Verfolgungsjagd mit der Polizei im Gefängnis. Lisa Lloyd, die Mutter des Schauspielers, sei Opfer der gewalttätigen Ausbrüche ihres Sohnes geworden. Das sagte die Mutter selbst “TMZ”.

Ihr Sohn leide an Schizophrenie, berichtete sie. Seit der mittlerweile 28-Jährige in der Psychiatrie behandelt werde, habe sich sein Zustand allerdings deutlich verbessert.

In einem Interview 2009, zehn Jahre nach seinem Auftritt in “Star Wars”, berichtete Lloyd von der schweren Zeit in der Schule. Mitschüler hätten sich immer wieder über ihn lustig gemacht. 

Jake Lloyd: “Meine Schulzeit war die Hölle”

In einem Interview mit der britischen Boulevardzeitung “Daily Mail” berichtete Lloyd von Mobbing: “Andere Kinder waren wirklich fies zu mir.” Seine Mitschüler hätten stets in seiner Gegenwart das Geräusch eines Lichtschwerts, der berühmten Jedi-Waffe in “Star Wars”, nachgemacht.

“Meine gesamte Schulzeit war die Hölle”, sagte Lloyd zur “Daily Mail”. Er habe teilweise 60 Interviews am Tag geben müssen.

Ein normaler Alltag war für den jungen Schauspieler unmöglich. Irgendwann wurde der Erfolg Lloyd offenbar zu viel - und er stürzte ab.

Die Geschichte von Jake Lloyd beweist einmal mehr, wie der Erfolg in der Filmbranche das Leben eines Kinderstars nach dem Auftritt auf der großen Leinwand ruinieren kann.

Mehr zum Thema: “Kevin – Allein zu Haus”-Star Macaulay Culkin: Diese Frau macht ihn wieder glücklich

Top-News To Go: Trump verbietet der US-Gesundheitsbehörde diese 7 Wörter

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Die US-Regierung hat nach einem Bericht der “Washington Post” der US-Seuchenbehörde CDC, der obersten Gesundheitsbehörde der USA, eine Liste mit verbotenen Wörter gegeben.

Das ist passiert:

► Auf der Liste seien sieben Wörter, die die Behörde nicht in bestimmten Dokumenten verwenden darf.

Darunter sind demnach: “Transgender”, “verwundbar”, “Fötus”, “Diversität” (Vielfalt), “Anspruchsberechtigung”, “auf wissenschaftlicher Grundlage” und “auf der Grundlage von Beweisen”.

► Betroffen seien alle offiziellen Papiere, die von der CDC im Zusammenhang mit ihrem Budgetvorschlag für das nächste Haushaltsjahr erstellt werden.

► Der “Washington Post” zufolge werden die nun verbotenen Wörter unter anderem im Zusammenhang mit Programme zur Verhütung von Aids unter Transgendern oder Forschungen zu den Auswirkungen des Zika-Virus auf Föten verwendet.

Darum ist es wichtig:

► Ein Mitarbeiter, auf den sich die “Washington Post” für ihren Bericht beruft, unterstellt der Regierung ideologische Gründe für diesen Schritt. 

► Die Entscheidung passt zu einer Reihe von Anordnungen und Aussagen des US-Präsidenten. Donald Trump hatte etwa im August angeordnet, dass Transgender vom Militärdienst ausgeschlossen werden sollten. 

► In einem Interview im Februar hatte sich Trump skeptisch über Impfungen geäußert. 2014 hatte er getwittert, Impfungen würden Autismus auslösen - eine Behauptung von Impfgegnern, für die es keine wissenschaftlichen Beweise gibt.

Was ihr noch wissen solltet:

Die CDC ist dem Gesundheitsministerium unterstellt, hat mehr als 12.000 Mitarbeiter und ein jährliches Budget von umgerechnet etwa sechs Milliarden Euro.

Sie ist nicht nur in den USA aktiv, sondern weltweit, und ihre Aufgaben reichen von der Verhütung ansteckender Krankheiten über Nahrungsmittelsicherheit bis hin zur Bekämpfung von Krebs und Herzerkrankungen.

Mit Material der dpa.


Neonazi-Aussteiger packt über den Antisemitismus in der Szene aus

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  • Felix Benneckenstein war zehn Jahre lang ein überzeugter Nazi
  • Der Aussteiger berichtet nun in der HuffPost, wie groß der Antisemitismus in der Neonazi-Szene ist
  • Benneckenstein sagt: Der Hass auf Juden wird nicht als Hass auf Minderwertige gelebt – sondern als revolutionäre Bewegung 

Sie nannten ihn Flex. Flex war Liedermacher, er sang Texte mit Titeln wie “Bock auf Freiheit”, “Stellt euch quer” oder “Mein Volk”. 

Seine Lieder wendeten sich gegen die verhasste Elite, gegen die Unterdrücker. Gegen Juden. Flex und seine Freunde waren Nazis – und sie glaubten, dass das Weltjudentum die Wurzel allen Übels auf der Erde sei.

Heute heißt Flex wieder Felix Benneckenstein. Nach seiner Zeit in der Neonazi-Szene in Dortmund und München ist er ausgestiegen, schon vor Jahren. 

“Bis ich die ganze Ideologie losgeworden bin, hat es drei Jahre gebraucht”, sagt er im Gespräch mit der HuffPost. “Doch der Aspekt, dass die Juden in den Hinterzimmern sitzen würden, von wo aus sie die Welt regierten – da brauchte ich nicht lange, um das zu hinterfragen.”

“Das war wie ein Erwachen”, sagt Benneckenstein. “Wie zur Hölle konntest du dir das einreden?”

Benneckenstein: “Es ist ein Opfermythos”

Benneckenstein arbeitet jetzt für die Organisation Exit. Er hält Aufklärungsvorträge in Schulen und hilft anderen Rechten, aus der Nazi-Szene auszusteigen – und ihren Hass auf Juden zu überwinden. 

“Bei vielen ist es so, dass man es erstmal mitträgt”, sagt Benneckenstein. Das sei auch bei ihm so gewesen. Antisemitismus sei unter Nazis eine gefährliche Mischung aus Überzeugung und Mitläufertum. 

Der Hass richte sich heutzutage vor allem gegen Israel und seine Unterstützer und habe auch eine kapitalismuskritische Komponente. 

“Im Alltag wird nicht täglich darüber gesprochen”, sagt der Aussteiger. “Jeder weiß, wer der ‘Feind’ ist. Man hat sich fest darauf verständigt: Die Herrschaft des Finanzjudentums ist die Wurzel allen Übels.”

Der Judenhass unter deutschen Nazis funktioniere nur, weil man sich einrede, dass die Juden die Mächtigen seien – und das deutsche Volk die Unterdrückten.

Mehr zum Thema: Extremismusforscher beklagt eine “Verwahrlosung des zivilen Umgangs”

“Es ist ein Opfermythos”, sagt Benneckenstein. “Man hat nicht das Gefühl, dass man auf eine Minderheit losgeht. Es wird so getan, als ob die Juden eine geheime Übermacht wären.”

Das Absurde: Eigentlich hätten Nazis laut Benneckenstein nie Kontakt zu jüdischen Menschen. Die Menschen hinter dem Feindbild seien ihnen meist also vollkommen fremd. Das mache es auch leichter, das eigene Weltbild, die eigene Wut aufrecht zu erhalten, sagt er.

Es ist eine Wut, für die in Deutschland laut Benneckenstein auch die Holocaust-Leugnung elementar sei. 

Rachegelüste und der Traum von der Revolution

Denn die Leugnung des Holocausts stehe in Nazi-Kreisen für eine klare Botschaft: Man wolle sich dafür rächen, dass die Juden diese Lüge über das deutsche Volk in die Welt gesetzt hätten. 

Benneckenstein berichtet, dass die Szene für diese Rachegelüste gerade starken Auftrieb verspüre. Der Aufstieg der Neuen Rechten und der Rechtspopulisten der AfD in der Politik gebe den Nazis das Gefühl, sie könnten bald das Volk mit ihrer nationalsozialistischen Ideologie erreichen.

Mehr zum Thema: Die Postergirls der Neuen Nazis: Warum Frauen für die rechte Identitäre Bewegung immer wichtiger werden

“Man geht davon aus, dass es bald zu einer Revolution reichen könnte”, sagt Benneckenstein. “Es ist eine gefährliche Grundstimmung Richtung Endzeit und letztes Gefecht.”

Benneckenstein ist überzeugt, dass sich die Nazis in dieser Hinsicht komplett verschätzen. Tatsächlich sei es so, dass die Neonazi-Szene durch den aufkeimenden Rechtspopulismus auch an Einfluss verliere. 

Benneckenstein fürchtet auch um seine Sicherheit

“Ich mache mir Sorgen, dass diese Stimmung in Gewalt umschlägt, wenn die Rechtsradikalen bemerken, dass es eben nicht zu einer Revolution reicht”, sagt Benneckenstein. 

Das Aggressionspotential der Neonazi-Szene ist hoch. Im ersten Halbjahr 2017 wurden laut Behördenstatistik 700 antisemitische Straftaten begangen, die meisten davon von Rechtsextremen. 

Gleichzeitig ist die Zahl der rechten Gewalttaten in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Die Hälfte aller politischen Gewaltverbrechen werden von Rechtsradikalen verübt.  

Felix Benneckenstein macht sich deshalb auch Sorgen um seine eigene Sicherheit. Seit er nicht mehr Flex ist, gilt er unter deutschen Nazis als Verräter.

An einer Wand am Bahnhof in der Nähe seiner Wohnung entdeckte er einmal ein zwei Meter großes Hakenkreuz, darunter stand: “Wir kriegen dich.” 

Aber den Liedermacher Flex gibt es nicht mehr. Nur noch Felix Benneckenstein – und der will seinen Kampf gegen Rassismus und Judenhass nicht aufgeben. 

Themenwoche Antisemitismus auf HuffPost - was bisher passiert ist:

Wie sich der Antisemitismus immer tiefer in die deutsche Gesellschaft frisst

Muslimische Flüchtlinge sind judenfeindlich? Das sagt eine aktuelle Studie

Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Prien: “Die AfD banalisiert den Holocaust”

Judenhass macht sich an deutschen Schulen breit, aber kaum jemand nimmt das Problem ernst

Warum arabische Kinder zu Antisemiten werden – und der Islam wenig dafür kann

Armin Langer: “Wer beim Judenhass nur auf Muslime schaut, hat das Problem nicht verstanden”

Muslimischer Lehrer in Kreuzberg: “Mit diesem einfachen Mittel kann jeder Judenhass bekämpfen”

Exklusive Umfrage: Jeder zweite Deutsche macht AfD für wachsenden Antisemitismus verantwortlich

AfD-Aussteiger berichtet: “Der Judenhass in der Partei war unerträglich”

(ll)

Medien kritisieren die "Scheinheiligkeit" auf dem CSU-Parteitag

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Um Einigkeit bemüht: Horst Seehofer mit Erzfeind und Erbe Markus Söder
  • Horst Seehofer und Markus Söder sollen die CSU als Doppelspitze zum Erfolg bei der Landtagswahl 2018 führen
  • Doch können die beiden Rivalen miteinander harmonieren?
  • Die Medien sind sich einig: Das Überleben der CSU hängt davon ab

Horst Seehofer wähnt sich im Paradies - zumindest an diesem Tag in Nürnberg. “Bayern ist das Paradies, das können wir uneingeschränkt sagen”, ruft der Mann in der Menge, der noch bayerischer Ministerpräsident ist und erneut Chef der CSU geworden ist.

Harmonisch ging es in diesem Paradies zuletzt nicht zu. Seehofer und sein innerparteilicher Rivale Markus Söder beharkten sich hart nach dem miserablen Ergebnis bei der Bundestagswahl.

Nun soll der Machtkampf beigelegt sein. Am Parteitag bestätigten die Delegierten Seehofer als Vorsitzenden – und wählten den bayerischen Finanzminister Söder fast einstimmig zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl im Herbst 2018.

Die Doppelspitze, von manchen als “Söderhofer” verballhornt, soll es richten. Aber ob das gut geht? Diese Frage stellen sich nach diesem Wochenende auch die Medien.

Die meisten Kommentatoren sind sich einig: Das nächste Jahr entscheidet über das Überleben der CSU.

Die “professionelle Scheinheiligkeit” der CSU

“Was für ein Schauspiel”, schreibt ein Kommentator für den SWR über den Parteitag. Die CSU habe den Personal-Wechsel als “große Harmonie-Show” inszeniert, dass es fast schon unheimlich gewirkt habe. 

Die “Süddeutsche Zeitung” spricht von einem Parteitag der “professionellen Scheinheiligkeit”.

“Schließlich hat Seehofer den Weg für Söder ja nicht frei gemacht, weil er auf einmal von dessen politischer und vor allem charakterlicher Einzigartigkeit überzeugt wäre”, heißt es in dem Kommentar. Seehofer habe nur aufgegeben, weil er sonst seinen Rückhalt in der Partei völlig verloren hätte.

Söder spreche nun nur wohlmeinend über Seehofer, weil er dessen Zirkel für die Landtagswahl noch brauche. 

Dennoch muss auch der Kommentator der “Süddeutschen Zeitung” zugeben: Die CSU hat sich an diesem Parteitag geschlossen präsentiert. 

Auch “Spiegel Online” berichtet: “Fürs Erste ist wenigstens der heftige Streit der vergangenen Wochen und Monate beigelegt.” Schiebt allerdings skeptisch hinterher: “Jedenfalls an der Oberfläche.”

Mehr zum Thema: Seehofer ärgert sich über das Wahlergebnis und watscht Kanzlerin Merkel ab

Söder, der Aufputscher

Weitgehend einig sind sich die Kommentatoren in einem: Die CSU hatte eine Veränderung an der Spitze bitter nötig. Und Söder scheint den Medien nicht der schlechteste Kandidat zu sein, wie er mit seiner Rede am Samstag bewies.

“Er putscht sich selbst und die über 900 Zuhörer auf. Was für ein Unterschied zum 68 Jahre alten Seehofer”, schreibt die “Welt” über Söder.

“Söder hat als einziger beim Parteitag so etwas wie Begeisterung entfacht”, kommentiert der Bayerische Rundfunk (BR). “Dafür gab es Standing Ovations. Vor dem Start ins Wahljahr ist das keine schlechte Voraussetzung.”

Wird mit dem 50-jährigen Söder also alles gut?

Mit zwei Alphatieren an der Spitze

“Eine Doppelspitze aus zwei Alphatieren, die eine herzliche Abneigung verbindet – ob dieses durchsichtige taktische Manöver gut geht?”, fragt der Kommentator des SWR. Alles hänge nun vom Ergebnis der Landtagswahl 2018 ab. 

“Bis dahin wird der Burgfrieden halten”, glaubt der SWR. Sollte Söder allerdings die Messlatte von 40 Prozent und mehr reißen, “werden die Karten im bayerischen Machtkampf neu gemischt.”

Auch die “Süddeutsche Zeitung” geht davon aus, dass die “Zeit des selbstzerstörerischen Politik-Spektakels in der CSU” vorerst vorbei sei – “zumindest bis zum Abend der Landtagswahl”.

Die “Bild”-Zeitung kommentiert: “2018 wird für die CSU das Jahr der Entscheidung.” Es gehe um das Überleben der Partei mit ihrer Sonderstellung als alleinige Vertretung Bayern.

“Geht die Landtagswahl krachend verloren, ist das der Anfang vom Ende der CSU. Söder und Seehofer wären die Totengräber”, schreibt die “Bild”.

Mehr zum Thema: 5 Anzeichen für den Anfang vom Ende der alten CSU - und was das für Deutschland bedeutet

Kurz' Regierungskabinett steht - samt Aufpasserin für rechten Hardliner

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Gemeinsame Sache: FPÖ-Chef Strache und Kanzler Kurz

Das Kabinett von Österreichs neuem Kanzler Sebastian Kurz steht. Rechte Hardliner haben Schlüsselpositionen inne.

Das ist passiert: 

Am Freitag haben die konservative ÖVP und die rechte FPÖ die Koalitionsgespräche beendet. Am Samstag wurden die Ministerposten bekannt.

Die Rechtspopulisten der FPÖ erhalten sechs Ministerien, die ÖVP sieben.

Innenminister wird der FPÖ-Politiker Herbert Kickl. Er gilt als Rechtsaußen - und erhält laut einem Bericht des österreichischen “Kuriers” auf drängen von Bundespräsident Alexander Van der Bellen eine “Aufpasserin”.

Die ÖVP-Staatssekretärin Karoline Edtstadler werde Kickl zur Seite gestellt. “Sie soll sich unter anderem um Korruptionsagenden sowie um das Gedenkwesen, etwa die KZ-Gedenkstätte Mauthausen, kümmern, war aus Verhandlungskreisen zu hören”, berichtet der “Kurier”.

Darum ist es wichtig: 

Die FPÖ hatte in der Vergangenheit mit euroskeptischen Aussagen Stimmung gemacht. Einige Politiker hatten noch den Brexit als “wiedererlangte Souveränität” Großbritanniens gefeiert.

► Präsident Van der Bellen bemühte sich, eine “proeuropäische Ausrichtung der künftigen Bundesregierung” zu garantieren. Durch das Abwandern der Kompetenzen für die EU vom Außenministerium ins Kanzleramt von Kurz scheint er dieses Vorhaben verwirklicht zu haben. Mit der “Aufpasserin” hat Van der Bellen einen gemäßigten Einfluss im Innenministerium sichergestellt.

Im Koalitionsvertrag haben die ÖVP und die FPÖ ein klares Bekenntnis zur EU abgelegt. “Nur in einem starken Europa kann es auch ein starkes Österreich geben”, heißt es darin.

Was ihr noch wissen solltet:

Von den 16 Regierungsmitgliedern sind 15 Minister Neulinge ohne Regierungserfahrung. Die einzige Ausnahme: der künftige Kanzler Kurz.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, der Vizekanzler wird, hatte ein Kabinett mit 50 Prozent Frauenanteil und zwei Drittel Experten angekündigt. Finanzminister soll so etwa der Versicherungsmanager Hartwig Löger werden, ein politischer Quereinsteiger. 

Kritiker der neuen österreichischen Regierung befürchten einen harten Kurs gegen Zuwanderer. Neuankömmlinge in Österreich sollen nach dem Koalitionsvertrag von vielen Sozialleistungen in den ersten fünf Jahren ausgeschlossen werden.

Mehr zum Thema: Orbanisierung der Alpenrepublik: Warum Österreich mit der schwarz-blauen Koalition ein Staatsumbau wie in Ungarn droht

Umfrage: Mehr als die Hälfte der Briten will nun doch in EU bleiben

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Die britische Premierministerin Theresa May.

Der Brexit verliert in Großbritannien immer mehr an Zustimmung: Einer neuen Umfrage zufolge spricht sich mehr als die Hälfte der Briten für einen Verbleib in der EU aus.

Das sind die Details der Umfrage:

► In der von der britischen Zeitung “Independent” am Samstagabend veröffentlichten Untersuchung des Instituts BMG Research waren 51 Prozent der Befragten gegen den Brexit und nur noch 41 Prozent dafür.

► Die zehn Prozentpunkte Differenz sind der Zeitung zufolge der größte Abstand zwischen Brexit-Gegnern und -Befürwortern seit dem Referendum im Juni 2016.

► Die Briten hatten am 23. Juni 2016 mit knapper Mehrheit von 52 zu 48 Prozent für einen Austritt aus der EU gestimmt.

► Die Frage, ob Großbritannien Mitglied der EU bleiben sollte oder nicht, beantworteten sieben Prozent mit “weiß nicht”, ein Prozent antwortete gar nicht.

Darum ist es wichtig:

► Die gesunkene Zustimmung für den Brexit setzt die britische Premierministerin Theresa May weiter unter Druck.

Erst am vergangenen Mittwoch eine herbe Niederlage aus den eigenen Reihen im Parlament hinnehmen müssen.

► Bei einer Abstimmung sicherten sich die Abgeordneten ein Veto-Recht über das Brexit-Abkommen. Tory-Rebellen hatten sich dafür mit der Opposition verbündet.

► Der geänderte Text des Gesetzentwurfs zwingt die Regierung, das Abkommen über den EU-Austritt mit Brüssel durch ein Gesetzgebungsverfahren im Parlament absegnen zu lassen.

► Außerdem musste May erhebliche Zugeständnisse bei finanziellen Fragen machen, um die zweite Verhandlungsphase starten zu können.

So erklärt sich der Stimmungsumschwung:

► Verantwortlich für den immer größer werdenden Abstand zwischen Brexit-Gegnern und -Befürwortern sind vor allem diejenigen Briten, die sich nicht an dem Referendum im Juni 2016 beteiligt hatten, wie der Vorsitzende von BMG Research, Michael Turner, der Zeitung sagte.

► Die damaligen Nichtwähler würden nun mit überwältigender Mehrheit im Verhältnis 4:1 für den EU-Verbleib stimmen, während die damaligen Befürworter und Gegner eines EU-Austritts überwiegend (zu rund 90 Prozent) bei ihrer Meinung geblieben seien.

► Zuletzt hätten die Brexit-Befürworter im Februar in Umfragen geführt, seitdem habe es eine langsame Verschiebung in der öffentlichen Meinung in Richtung der Brexit-Gegner gegeben.

Mit Material von dpa.

De Maizière: "Dieses Jahr wurden drei Terroranschläge verhindert"

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Innenminister de Maizière (CDU).
  • Vor dem Jahrestags des Anschlags auf einen Berliner Weihnachtsmarkt zieht Innenminister de Maizière Bilanz über die Arbeit der Sicherheitsbehörden

  • Demnach seien in diesem Jahr drei Terroranschläge verhindert worden

Vor knapp einem Jahr raste der Terrorist Anis Amri mit einem Lkw auf den Berliner Weihnachtsmarkt. Zwölf Menschen starben bei dem Anschlag.

Drei solcher Anschläge wurden in diesem Jahr offenbar schon verhindert. Das sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) der “Bild”

“Deutschland ist sicherer geworden”

Dabei soll es sich um Anschläge gehandelt haben, bei denen “die Vorbereitung schon so weit gediehen war, dass man von einer echten Vorbereitung und nicht nur von einer Idee sprechen” könne.

“Ohne Zweifel ist das ein Ergebnis der sehr guten Arbeit unserer Behörden und des Zusammenspiels mit ausländischen Diensten”, sagte de Maizière der “Bild”. “Deutschland ist in diesem Jahr sicherer geworden – durch eine ganze Reihe von Maßnahmen.”

(best)

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