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Frau schreibt Story über schlechten Sex - jetzt schlägt ihr Hass entgegen

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Die Kurzgeschichte
  • In der Kurzgeschichte “Cat Person” beschreibt eine Schriftstellerin die Grauzonen von einvernehmlichem Sex
  • Während Frauen sich in der Geschichte wiederfinden, scheint sie Männern schlecht aufzustoßen

Nichts ist offenbar so zerbrechlich wie das männliche Ego. Das musste eine amerikanische Schriftstellerin kürzlich feststellen.

Kristen Roupenians veröffentlichte vergangene Woche ihre Kurzgeschichte “Cat Person” (dt. Katzenmensch) im US-Magazin “New Yorker”. Und die Story wurde – durchaus etwas überraschend – zum Internet-Hit.

Sie handelt von der Studentin Margot, die sich auf einen Flirt mit einem älteren Mann einlässt.

Allerdings ist sich Margot nicht sicher, ob sie wirklich auf Robert steht. Immer wieder muss sie sich selbst überreden, die Beziehung zu ihm aufrecht zu erhalten. Am Ende schläft sie trotzdem mit ihm und bereut es anschließend bitter – nicht nur, weil der Sex so schlecht war, sondern weil sie sich danach schrecklich unwohl fühlt:

“Sie hatte keine Angst, dass er sie zu etwas zwingen würde, was sie nicht wollte, sondern dass sie verzogen und wankelmütig erscheinen würde, wenn sie es sich jetzt anders überlegte.”

Danach bricht Margot den Kontakt zu Robert ab.

Mehr zum Thema: Therapeuten warnen: Daran erkennt ihr, dass eure Beziehung am Ende ist

“Cat Person” trifft den Zahn der #MeToo Zeit

Kaum ein Text des “New Yorker” wurde 2017 öfter gelesen. 

Dass eine Kurzgeschichte eine derartig gewaltige Resonanz hat, ist ungewöhnlich, sollte aber angesichts des Themas nicht verwundern. Schließlich hat Roupenian mit ihrer Geschichte um die Grauzonen von einvernehmlichen Sex genau den Zahn der (#MeToo-) Zeit getroffen.

Nicht zuletzt veranschaulicht “Cat Person”, dass Frauen oftmals das Gefühl haben, ihr Verhalten verpflichte sie zum Sex mit einem Mann.

Viele Leserinnen scheinen sich in der Geschichte wiederzufinden. ”Ich habe beim Lesen meine 20er noch einmal durchlebt”, schreibt eine Userin auf Twitter. “Eine unangenehme, viel zu wahre Geschichte”, kommentierte eine andere. “Ich kann mich nicht erinnern, wann ich mich das letzte Mal so mit einer Geschichte identifizieren konnte”, gesteht eine dritte.

Männer hassen die Geschichte

Aber auch bei Männern hat “Cat Person” einen Nerv getroffen. Der Twitter-Account “Men React to Cat Person” sammelt die Reaktionen der männlichen Leser. Und die fallen überwiegend negativ aus.

So sieht ein User den männlichen Protagonisten als das Opfer. “Letzten Endes war Robert das Opfer in der Geschichte. Sie wird es schon wegstecken”, schreibt er

Es sei die Geschichte einer schrecklich eitlen jungen Frau, die einen Mann ausnutzt, um ihre eigenen Erniedrigungsfantasien auszuleben, schreibt ein anderer Mann.

Ein User meint, dass die Geschichte sicher nicht so gefeiert werden würde, wenn die Geschlechterrollen umgekehrt wären. Anscheinend hat er nicht verstanden, dass die Geschichte vor allem deshalb so großen Anklang bei Frauen findet, weil sie das Machtgefälle zwischen den Geschlechtern offenbart. Und meistens befindet sich ein Mann in der Machtposition – nicht nur am Arbeitsplatz, sondern oft auch in persönlichen Beziehungen.  

Wenn man sich die Reaktionen auf “Cat Person” ansieht, wird einmal mehr klar: was Beziehungen angeht, haben Männer und Frauen teilweise eine völlig andere Sichtweise.

Immerhin, Texte wie “Cat Person” stoßen die Tür auf für Gespräche. Das ist schon mal ein guter Anfang. 

 

(ks)


Cousine von FPÖ-Minister schreibt Facebook-Post - ganz Österreich spricht darüber

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Herbert Hickl (2. von rechts) hat Post von seiner Cousine erhalten.
  • Herbert Kickl ist FPÖ-Politiker und neuer Innenminister Österreichs
  • Seine Cousine, Daniela Kickl, hat ihm auf Facebook einen offenen Brief geschrieben – der sich rasant im Netz verbreitet

“Lieber Cousin Herbert”. So beginnt ein Facebook-Post, über den nun ganz Österreich spricht.

Geschrieben hat den Beitrag Daniela Kickl. Ihr Cousin ist Herbert Kickl, Politiker bei der rechten FPÖ und seit Montag neuer Innenminister Österreichs.

“Goa net schlecht!”, kommentiert seine Cousine den Karrieresprung des Politikers. Die ganze Familie sei stolz auf. “Na ja fast. Mehr oder weniger halt.”

“Man könnte meinen, Ihr verarscht alle”

Denn es gebe einige Punkte im Parteiprogramm der FPÖ, die Daniela Kickl nicht verstehe.

►  “Was ich nicht ganz verstehe ist ja, dass Ihr FPÖ-ler Euch immer als Partei des ‘kleinen Mannes’ verkauft habt. Irgendwie finde ich dazu aber jetzt so rein gar nix im aktuellen Regierungsprogramm”, schimpft sie.

Kickl stellt mehrere Fragen an ihren Cousin. Unter anderem: “Wie genau profitiert der kleine Mann von der Kürzung des Arbeitslosengeldes, wenn er sich für längere Zeit keine Arbeit gefunden hat?”

Die Leistung für Menschen ohne Job soll unter der neuen Koalition Österreichs mit der Bezugsdauer sinken.

Daniela Kickl schreibt, sie könne noch eine ganze Liste solcher Fragen über den “kleinen Mann” schicken. “Man könnte fast den Eindruck gewinnen, Ihr verarscht alle.”

Am Ende würden sich die Menschen wohl wundern, warum es ihnen unter der schwarz-blauen Koalition schlechter gehe als vorher, prophezeit Daniela Kickl.

Mehr zum Thema: Wegen eines peinlichen Fehlers hätte Österreich nun fast keinen Vizekanzler

“Er hatte damals schon spezielle Ideen”

Gegenüber dem österreichischen Newsportal “Heute” bestätigte die Autorin und Journalistin, tatsächlich mit dem FPÖ-Politiker verwandt zu sein. Ihre Väter seien Brüder. 

“Wir haben uns ein einziges Mal gesehen, das war Ende der 80er Jahre, als wir beide an der Uni Wien Politikwissenschaften studierten”, sagte sie zu “Heute”. “Wir haben uns ganz gut verstanden, aber er hatte damals schon seine speziellen Ideen.” 

► Sie kritisiert vor allem den harten Kurs gegen Flüchtlinge der neuen Regierung. Im Koalitionsvertrag vereinbarten die rechte FPÖ und die konservative ÖVP von Kanzler Kurz unter anderem: 

  • Wer einen Asylantrag stellt, muss sein Bargeld abgeben. Mit dem Geld soll die Grundversorgung gedeckt werden. Beschwerdefristen für Flüchtlinge werden kürzer.

Innenminister Kickl gilt als rechter Hardliner. Der FPÖ-Plakatspruch “Daham statt Islam” geht auf ihn zurück. 

Bereits vor zwei Wochen hatte Daniela Kickl an ihren Cousin Herbert geschrieben. Damals wurde ich nicht so viel Aufmerksamkeit zuteil.

Nun, einen Tag nach der Vereidigung der neuen Regierung, wurde ihr Beitrag innerhalb weniger Stunden über 3.400 Mal geteilt.

Mehr zum Thema: Wer glaubt, dass Österreich nun wie Polen und Ungarn wird, hat die wahre Gefahr nicht erkannt

(lp)

Wenn das Jobcenter Weihnachten stiehlt: Warum kein Hartz-IV-Empfänger ein schönes Fest hat

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An Weihnachten in meiner Kindheit denke ich immer gerne zurück. Ein kleiner Tannenbaum, ein festliches Essen, Geschenke - das gehörte einfach dazu. Heute bin ich erwachsen und weiß: Für viele Menschen wäre so etwas purer Luxus.

Die Wahrheit ist: Kein Hartz-IV-Empfänger kann sich Weihnachten wirklich leisten.

Ich habe über 8 Jahre lang in 5 verschiedenen Jobcentern gearbeitet und dabei zahlreiche Menschen und Familien beraten. Heute berate ich sie noch ehrenamtlich.

Ein Tannenbaum übersteigt das Budget

Meist kommen Familien, in denen die Eltern das Arbeitslosengeld II beziehen, gerade so über die Runden. In ihrem Budget ist nur das Notwendigste zum Leben einberechnet. Im Dezember bekommen Hartz-IV-Empfänger nicht einen Cent mehr als in den anderen Monaten.

Ein Tannenbaum oder ein Festessen übersteigen dann das Budget. An Geschenke für die Kinder ist gar nicht erst zu denken. Diese Ausgaben sind in den derzeitigen Regelsätzen gar nicht mit einberechnet. So freuen sich die Eltern, wenn sie von Sozialeinrichtungen, Freunden, Oma oder Opa, Second Hand kleinere Weihnachtsgeschenke als Spenden erhalten oder über Ebay Günstiges ersteigern können.

Mehr zum Thema: Was sich arme Menschen auf Deutschlands Straßen zu Weihnachten wünschen

Ich kenne viele Eltern, die bereits im Januar für das nächste Weihnachtsfest zu sparen beginnen. Jeden Monat werden dann paar wenige Euro beiseite gelegt.

Einmal, es war Anfang Dezember, kam eine junge Mutter zu mir, die ich in Hartz-IV-Angelegenheiten beriet. Sie sagte zu mir: “Ich esse ganz wenig, damit ich für meine Kinder einen Weihnachtsbaum kaufen kann.”

Wenn ich so etwas höre, wird mir schlecht.

In der ehemaligen Sozialhilfe gab es für solche Fälle einen Weihnachtszuschuss. Es war nicht viel, jede Kommune durfte die Höhe selbst festlegen. 

Im Arbeitslosengeld II ist das nicht vorgesehen. Mit den rund 4,3 Millionen Hartz-IV-Empfängern in Deutschland gehen die Jobcenter im Advent genauso um wie in jedem anderen Monat: Es gibt nicht mehr Geld, Anträge werden auch nicht schneller bearbeitet. Sie lassen sie liegen, auch wenn das Weihnachtsfest für die ein oder andere Familie dann ausfällt.

Kein Recht auf Weihnachten?

In der Sozialpolitik ist Weihnachten ein Tag wie jeder andere.

Und das obwohl seit Jahren in Deutschland Parteien an der Macht sind, die mit einem “C” im Namen für “christlich” oder einem “S” für “sozial” stehen sollten.

In den Jobcentern ist davon nichts zu spüren. Dass arme Menschen auch ein Weihnachtsfest verdienten, das sahen manche meiner Kollegen nicht ein. Einmal hörte ich jemanden zu einer alleinstehenden Dame sagen: “Warum drängeln Sie so auf Ihr Geld? Sie leben doch allein?”

“Wir brauchen Weihnachtsgeld im Hartz-IV-Satz”

Ganz so, als hätten Menschen die alleine leben, kein Recht auf ein Weihnachtsfest.

Ich habe immer versucht, es anders zu machen als meine Kollegen. Ich bemühte mich, für jeden meiner Klienten alles rechtzeitig fertig zu machen und hatte immer eine Kinderecke in meinem Büro, wo es für die Kleinen Schokolade gab.

Weihnachten ist ein hohes christliches Fest, das zu unserer deutschen Kultur auch ein Stück weit dazu gehört. Kinder lieben Weihnachten. Die, die aus reicheren Familien stammen, fiebern wohl wie ich damals lange darauf hin.

Es ist frustrierend, seinem Kind nichts zu Weihnachten zu schenken 

Nach den Weihnachtsferien erzählen sie, welche Geschenke sie bekommen haben. Wie muss es sich für ein Kind, das kein Geschenk bekommen hat, anfühlen? Seinen Klassenkameraden dabei zuhören zu müssen?

Ich weiß es nicht.

Ich weiß nur, wie es den Eltern dabei geht. Seinem Kind kein Geschenk ermöglichen zu können, ist frustrierend. Es ist verletzend und löst ein Gefühl des Versagens aus.

Mehr zum Thema: “Ich muss mir Klopapier borgen” - wie das Arbeitsamt mir Weihnachten versaut hat

Wie schwer kann es für die Politik sein, armen Familien ein paar wenige Euros Weihnachtsgeld zu Verfügung zu stellen? Es muss nicht viel sein. Die Familien, die ich kennengelernt habe, brauchten nicht viel. Sie waren genügsam und freuten sich auch über Kleinigkeiten.

Unsere Sozialpolitik muss wieder sozialer werden. Wir brauchen Weihnachtsgeld im Hartz-IV-Satz. Denn Weihnachten sollte für jeden sein.

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Weihnachten in Armut: Morgen Kinder wird’s nix geben

Glühwein, Tannenbaumschmuck, Geschenke: Wer Weihnachten richtig feiern möchte, muss tief in die Tasche greifen. Besonders für ärmere Familien wird das besinnliche Fest so zu einem jährlichen Stresstest. In der HuffPost sprechen Hartz-IV-Bezieher, Obdachlose, Alleinerziehende und Sozialarbeiter davon, wie die Ärmsten der Ärmsten Weihnachten verbringen

Was sich arme Menschen auf Deutschlands Straßen zu Weihnachten wünschen

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Wie Haustiere in Deutschland unter der Hartz-IV leiden

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  • Wer in Deutschland Hartz-IV bekommt, der kann sein Haustier kaum richtig versorgen

  • Doch es gibt Organisationen, die den Tieren helfen

In Deutschland leben rund 30 Millionen Haustiere. Nicht jedem Menschen in der Bundesrepublik fällt es leicht, für den treuen Gefährten richtig zu sorgen.

Besonders armen Menschen fällt es an Geld für das Haustier. Wer beispielsweise den Hartz-IV Regelsatz von 409 Euro erhält, bei dem wird es eng, für Futter, Arztbesuche oder eine Tierhaftpflichtversicherung zu bezahlen.

Mangelernährung, Unterversorgung, Krankheiten

Das kann für die Gesundheit von tausenden Haustieren in Deutschland schwerwiegende Konsequenzen haben. Die Folge können beispielsweise Mangelernährung, Unterversorgung oder chronische Erkrankungen sein.

Renate Tratter fasste daher den Plan, eine Lebensmittelausgabe für Tiere ins Leben zu rufen: die Tierfutterhilfe Solingen.  

“Es kann nicht sein, dass Hartz-IV-Empfänger ihre Tiere abgeben müssen, weil sie sich das Futter nicht leisten können”, erklärt Renate Tratter dem “Solinger Tagblatt”.

Mehr zum Thema: In Karlsruhe liegt eine Frau halbnackt auf der Straße, um ein Zeichen zu setzen

Am vergangenen Montag hatte Tratter eine Futterausgabe organisiert. Dort verschenkte sie zusammen mit ihren Helfern Nahrung und Zubehör für Haustiere an Menschen in sozialer Not.

Das meiste davon sei von privaten Spendern, Fachgeschäften und befreundeten Tierschutzvereinen gekommen.

“Hauptsächlich sind wir auf Spenden angewiesen”, erklärt Mitorganisatorin Dagmar Cristello dem “Solinger Tagblatt”. Einiges zahle die Tier-Tafel allerdings auch aus eigener Tasche.

Knapp 500 Kilogramm Tiernahrung für Bedürftige

Die Nachfrage ist offenbar groß. Mehr als 40 Menschen hätten sich am Montag in einem Hauseingang in einem Gewerbegebiet der Stadt eingefunden, berichtet die Zeitung. Am Ende des Tages hätten Tratter und ihre Helfer knapp 500 Kilogramm Tiernahrung an die bedürftigen Tierhalter vergeben.

Die Tierfutterhilfe Solingen ist nicht die einzige Einrichtung ihrer Art. Ähnliche Organisationen gibt es auch in Großstädten wie Berlin und Hamburg. Auch viele Tierschutzvereine setzen sich für die adäquate Versorgung von Haustieren in Deutschland ein.

 Mehr zum Thema: Polizei sucht Zeugen: Grausame Tierquäler verkleben zwei Ponys die Beine und schütten Benzin ins Trinkwasser

Davon profitieren nicht nur die Tiere, sondern auch ihre Halter. Bei den Tafeln kann man sich mit Menschen austauschen, die ähnliche Sorgen haben. “Ich bin jeden Monat hier”, sagt Bianca Schössow-Niet dem “Solinger Tagblatt”. Zu Hause habe sie zehn Katzen zu versorgen.

Man gebe bei der Tierfutterhilfe in Solingen zwar nur Futter für drei Tiere aus, erklärt Mitorganisatorin Dagmar Cristello, allerdings helfe auch das den Kunden schon weiter.

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Weihnachten in Armut: Morgen Kinder wird’s nix geben

Glühwein, Tannenbaumschmuck, Geschenke: Wer Weihnachten richtig feiern möchte, muss tief in die Tasche greifen. Besonders für ärmere Familien wird das besinnliche Fest so zu einem jährlichen Stresstest. In der HuffPost sprechen Hartz-IV-Bezieher, Obdachlose, Alleinerziehende und Sozialarbeiter davon, wie die Ärmsten der Ärmsten Weihnachten verbringen

➨ Was sich arme Menschen auf Deutschlands Straßen zu Weihnachten wünschen

➨ “Ich muss mir Klopapier borgen” - wie das Arbeitsamt mir Weihnachten versaut hat

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➨ Wie ich als Kind armer Eltern die Adventszeit in Deutschland erlebte

(ll)

 

"Ich muss mir Klopapier borgen" - wie das Arbeitsamt mir Weihnachten versaut hat

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Während alle Leute die Geschäfte nach Geschenken abklappern und sich überlegen, welches Menü sie an Heiligabend essen wollen, bin ich froh, wenn ich zum Monatsende überhaupt noch ein paar Euro für etwas zu Essen und Klopapier zusammenkratzen kann.

Denn pünktlich zur Weihnachtszeit hat mich das Jobcenter sanktioniert und mir 30 Prozent der Bezüge gestrichen. Was das für mich und meine Familie wirklich bedeutet, ahnen nur wenige.

Im Video oben: “Ich kann mir nicht einmal Toilettenpapier kaufen” - wie in Deutschland die Ärmsten noch ärmer gemacht werden

Ich bin 32 Jahre alt und lebe in Dortmund von Hartz IV. Als Leistungsbezieher muss ich immer wieder mit Vorurteilen kämpfen. Viele Leute denken, Arbeitslose sind einfach nur faul und haben ein leichtes Leben, auf das man neidisch sein könnte.

Viele Leute denken, Arbeitslose sind einfach nur faul

Stammtischparolen wie “Du lebst auf Kosten der Steuerzahler, die hart für Ihr Geld arbeiten müssen...” oder “Wir gehen den ganzen Tag arbeiten und du hast den ganzen Tag Zeit” habe ich schon öfter gehört.

➨ Mehr zum Thema: Ich war mit einer Frau zusammen, die von Hartz IV lebte - jetzt weiß ich, was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein

Solche Sprüche kommen immer von Leuten, die selbst keine Ahnung haben, wie es sich wirklich mit Hartz IV lebt. Sie wissen nicht, wie es sich anfühlt, wenn einem das Jobcenter sämtliche Leistungen streicht und man deshalb aus seiner Wohnung auf die Straße gesetzt wird. Und sie haben nie für einen Euro die Stunde völlig sinnlose Arbeiten tun müssen.

Warum ich die Maßnahme des Jobcenters abgelehnt habe

Genau das wurde mir vom Jobcenter vorgeschlagen. Eine Maßnahme, “zur Heranführung an den Arbeitsmarkt”, wie es in dem offiziellen Schreiben hieß. Es war nicht das erste mal, dass ich in eine Maßnahme geschickt wurde, doch weiter gebracht hat mich das nie. Sie nennen es “Qualifizierung”, ich würde es als erzwungene und sinnlose Beschäftigungstherapie beschreiben.

Einmal sollte ich monatelang 6 Stunden am Tag darin unterrichtet werden, wie man Videos am Computer bearbeitet oder Microsoft Word benutzt. Das ist sicher sinnvoll für Menschen, die keinerlei Computerkenntnisse haben, aber ich beschäftigte mich schon als Kind mit dem PC und kenne mich aus. Solche Maßnahmen sind absoluter Blödsinn.

➨ Mehr zum Thema: “Fast 1 Milliarde”: Wofür Jobcenter das Geld ausgeben, das eigentlich Arbeitslosen helfen soll

Diesmal ging es um “Handwerkliche Hilfstätigkeiten” in einer Stadtteilwerkstatt. Meinem Sachbearbeiter hatte ich gesagt, dass mir eine solche Qualifizierung wirklich nicht helfen würde.

Verletzend, stigmatisierend und demotivierend

Außerdem war völlig unklar, warum ich in eine Maßnahme zur “Heranführung an den Arbeitsmarkt” geschickt wurde, da ich doch bereits Erfahrungen auf dem ersten Arbeitsmarkt gesammelt habe.

Nun tat man so, als sei ich ein Problemfall, der bisher nicht arbeiten wollte. Mein Sachbearbeiter sagte: “Dann können Sie zeigen, dass sie zuverlässig sind und haben auch einen geordneten Tagesablauf.” So etwas ist nicht nur verletzend und stigmatisierend; es ist auch für die Betroffenen demotivierend.

➨ Mehr zum Thema: Wenn das Jobcenter Weihnachten stiehlt: Warum kein Hartz-IV-Empfänger ein schönes Fest hat

Im gesamten Jahr habe ich vom Jobcenter nur 3 Vermittlungsvorschlägen bekommen, zwei davon in Zeitarbeit. Wenn ich meinen Sachbearbeiter beim monatlichen Termin nach Stellenangeboten frage ist die Antwort nach kurzer Suche im Computer meistens: Leider habe ich hier gerade nichts. Bekomme ich doch mal ein Stellenangebot, ist es oft veraltet oder man hat hunderte Mitbewerber.

Extra harte Sanktionen des Jobcenters zu Weihnachten

Zum 1. Dezember wurde ich sanktioniert. Wer eine Maßnahme des Jobcenters verweigert, der bekommt extra harte Sanktionen, bei denen pauschal 30 Prozent der Bezüge gestrichen werden. Für 3 Monate. Von den 409 Euro bleiben dann noch 286 Euro.

Ich habe ohnehin sehr wenig zum Leben und viele vergessen, dass man mit Hartz IV kaum mehr soziale Kontakte pflegen kann, die eigentlich normal sein sollten. Einen Glühwein am Weihnachtsmarkt, Freunde zum Essen einladen, all das gibt es bei mir nicht.

Meist wird am 20. jeden Monats bereits das Geld für das Essen schon sehr knapp. Da gibt es dann schon mal jeden Tag nur noch Konserven und Nudeln mit Tomatensoße.

An Weihnachten ist das doppelt bitter. Geschenke sind selbstgemacht oder müssen sehr, sehr günstig sein. Es gibt keinen Baum und keine Deko. Die kann ich mir einfach nicht leisten. Aber solche Dinge plane ich ohnehin schon lange nicht mehr ein.

Mit 122 Euro pro Monat weniger bin ich gezwungen, meine Familie um Geld anzubetteln

Für wen sollte ich auch dekorieren in meiner Wohnung? Wie sollte ich Freunde zu mir einladen, wo oft sogar Sachen wie Zahnpasta und Spülmittel knapp werden?

Mit Sanktionen wird alles noch viel schwieriger. Da muss ich mir schon manchmal Klopapier borgen. Mit 122 Euro pro Monat weniger bin ich gezwungen, meine Familie um Geld anzubetteln.

Gäbe es diese Möglichkeit auch nicht, dann müsste ich vielleicht in Mülleimern nach Pfand suchen, betteln auf der Straße oder zu Hilfseinrichtungen wie der Suppenküche gehen, um eine warme Mahlzeit zu bekommen.

Lebensmittel zu lagern ist sowieso immer schwieriger für mich. Denn wenn ich welche habe, traue ich mich kaum mehr, sie in den maroden Kühlschrank zu stellen. Der funktioniert schon seit Wochen nicht mehr richtig.

Ich könnte zwar beim Jobcenter ein Darlehen für einen neuen beantragen, aber dann würden mir pro Monat weitere 10 Prozent meiner Bezüge für die Rückzahlung abgezogen. Hinzu kommt nun auch noch eine Stromnachzahlung von 300 Euro. Warum sie so hoch ausfällt weiß ich nicht.

Mein Stromanbieter wollte mir zu Weihnachten den Saft abdrehen

Ich habe mit einem Energiekostenmessgerät alles überprüft, aber dabei ist nichts Auffälliges herausgekommen. Vielleicht ist der Stromzähler kaputt oder der etwa 25 Jahre alte Durchlauferhitzer, doch das kann ich nicht überprüfen. Vielleicht ist es jetzt zusätzlich der defekte Kühlschrank.

Auch dafür könnte ich ein Darlehen beantragen, aber auch dafür würden mir 10 Prozent für die Rückzahlung abgezogen. Geld, das mir Mitte des Monats für Essen fehlen würde. Ich habe schon zu einem günstigeren Stromanbieter gewechselt, worauf mir die Stadtwerke Dortmund schrieben, sie würden mich als Kunden sowieso nicht mehr akzeptieren.

➨ Mehr zum Thema: Was sich arme Menschen auf Deutschlands Straßen zu Weihnachten wünschen

Von meinem neuen Anbieter habe ich bereits Mahnungen erhalten, es hätte also sein können, dass mir zu Weihnachten der Strom abgestellt wird.

Dass es dieses Jahr doch nicht dazu kommt, verdanke ich der Aktion “Hartzbreaker” von “Sanktionsfrei e.V.” Mit Hilfe von Spenden konnten die Sanktionen ausgeglichen werden, sodass ich nun wieder einigermaßen über die Runden kommen kann, ohne meine Familie um Geld anzubetteln. Dafür bin ich unendlich dankbar.

Ohne den Ausgleich durch Sanktionsfrei und ohne meine Familie, bei der ich das Fest verbringen kann, hätte ich Weihnachten allein im Dunkeln mit einer Dose Thunfisch verbringen müssen.

Ich würde mir wünschen, dass die Leute etwas mehr Verständnis haben und den strengen Blick aufheben, mit dem sie auf uns Leistungsberechtigte schauen. Ich wäre froh, wenn mein Leben nicht mehr vom Jobcenter abhängen würde und ich einen Job hätte. Und das geht vermutlich den meisten so.

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Dieser Beitrag erschien in Zusammenarbeit mit Sanktionsfrei.

Zusammen mit Euch machen wir aus Hartz 4 eine echte Grundsicherung. Wie? Indem wir Sanktionen abwehren, vermeiden oder einfach ausgleichen. 

So wird das Jobcenter zum zahnlosen Tiger und Hartz 4 zu einer Existenzsicherung die den Namen verdient.

Weihnachten in Armut: Morgen Kinder wird’s nix geben

Glühwein, Tannenbaumschmuck, Geschenke: Wer Weihnachten richtig feiern möchte, muss tief in die Tasche greifen. Besonders für ärmere Familien wird das besinnliche Fest so zu einem jährlichen Stresstest. In der HuffPost sprechen Hartz-IV-Bezieher, Obdachlose, Alleinerziehende und Sozialarbeiter davon, wie die Ärmsten der Ärmsten Weihnachten verbringen.

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Was sich arme Menschen auf Deutschlands Straßen zu Weihnachten wünschen

“Ich muss mir Klopapier borgen” - wie das Arbeitsamt mir Weihnachten versaut hat

Wenn das Jobcenter Weihnachten stiehlt: Warum kein Hartz-IV-Empfänger ein schönes Fest hat

Wie Haustiere in Deutschland unter Hartz-IV leiden

Ehemaliger Amazon-Mitarbeiter klagt an: Wir ermöglichen euch tolle Weihnachten und werden selbst nur ausgebeutet

Wie ich als Kind armer Eltern die Adventszeit in Deutschland erlebte

 

 

"Ich muss mir Klopapier borgen" - wie das Arbeitsamt mir Weinachten versaut hat

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Viele Leute denken, Arbeitslose sind einfach nur faul

Während alle Leute die Geschäfte nach Geschenken abklappern und sich überlegen, welches Menü sie an Heiligabend essen wollen, bin ich froh, wenn ich zu Monatsende überhaupt noch ein paar Euro für etwas zu Essen und Klopapier zusammenkratzen kann.

Denn passend pünktlich zur Weihnachtszeit hat mich das Jobcenter sanktioniert und mir 30 Prozent der Bezüge gestrichen. Was das für mich und meine Familie wirklich bedeutet, ahnen nur wenige.

Viele Leute denken, Arbeitslose sind einfach nur faul

Ich bin 32 Jahre alt und lebe in Dortmund von Hartz IV. Als Leistungsbezieher muss ich immer wieder mit Vorurteilen kämpfen. Viele Leute denken, Arbeitslose sind einfach nur faul und haben ein leichtes Leben, auf das man neidisch sein könnte.

Stammtischparolen wie “Du lebst auf Kosten der Steuerzahler, die hart für Ihr Geld arbeiten müssen...” oder “Wir gehen den ganzen Tag arbeiten und du hast den ganzen Tag Zeit” habe ich schon öfter gehört.

Mehr zum Thema: Ich war mit einer Frau zusammen, die von Hartz IV lebte - jetzt weiß ich, was es bedeutet, in Deutschland arm zu sein

Solche Sprüche kommen immer von Leuten, die selbst keine Ahnung haben, wie es sich wirklich lebt mit Hartz IV. Sie wissen nicht, wie es sich anfühlt, wenn einem das Jobcenter sämtliche Leistungen streicht und man deshalb aus seiner Wohnung auf die Straße gesetzt wird. Und sie haben nie für einen Euro die Stunde völlig sinnlose Arbeiten tun müssen.

Warum ich die Maßnahme des Jobcenters abgelehnt habe

Genau das wurde mir vom Jobcenter vorgeschlagen. Eine Maßnahme, “zur Heranführung an den Arbeitsmarkt”, wie es in dem offiziellen Schreiben hieß. Es war nicht das erste mal, dass ich in eine Maßnahme geschickt wurde, doch weiter gebracht hat mich das nie. Sie nennen es “Qualifizierung”, ich würde es als erzwungene und sinnlose Beschäftigungstherapie beschreiben.

Einmal sollte ich monatelang 6 Stunden am Tag darin unterrichtet werden, wie man Videos am Computer bearbeitet oder Microsoft Word benutzt. Das ist sicher sinnvoll für Menschen, die keinerlei Computerkenntnisse haben, aber ich beschäftigte mich schon als Kind mit dem PC und kenne mich aus. Solche Maßnahmen sind absoluter Blödsinn.

Mehr zum Thema:

Diesmal ging es um “Handwerkliche Hilfstätigkeiten” in einer Stadtteilwerkstatt. Meinem Sachbearbeiter hatte ich gesagt, dass mir eine solche Qualifizierung wirklich nicht helfen würde.

Verletzend, stigmatisierend und demotivierend

Außerdem war völlig unklar, warum ich in eine Maßnahme zur “Heranführung an den Arbeitsmarkt” geschickt wurde, da ich doch bereits Erfahrungen auf dem ersten Arbeitsmarkt gesammelt habe.

Nun tat man so, als sei ich ein Problemfall, der bisher nicht arbeiten wollte. Mein Sachbearbeiter sagte: “Dann können Sie zeigen, dass sie zuverlässig sind und haben auch einen geordneten Tagesablauf.” So etwas ist nicht nur verletzend und stigmatisierend; es ist auch für die Betroffenen demotivierend.

Mehr zum Thema: Über 70 und nur 240 Euro Rente: Ohne meinen 12-Stunden-Job könnte ich nicht überleben

Im gesamten Jahr habe ich vom Jobcenter nur 3 Vermittlungsvorschlägen bekommen, zwei davon in Zeitarbeit. Wenn ich meinen Sachbearbeiter beim monatlichen Termin nach Stellenangeboten frage ist die Antwort nach kurzer Suche im Computer meistens: Leider habe ich hier gerade nichts. Bekomme ich doch mal ein Stellenangebot, ist es oft veraltet oder man hat hunderte Mitbewerber.

Extra harte Sanktionen des Jobcenters zu Weihnachten

Zum 1. Dezember wurde ich sanktioniert. Wer eine Maßnahme des Jobcenters verweigert, der bekommt extra harte Sanktionen, bei denen pauschal 30% der Bezüge gestrichen werden. Für 3 Monate. Von den 409 Euro bleiben dann noch 286 Euro.

Ich habe ohnehin sehr wenig zum Leben und viele vergessen, dass man mit Hartz IV kaum mehr soziale Kontakte pflegen kann, die eigentlich normal sein sollten. Einen Glühwein am Weihnachtsmarkt, Freunde zum Essen einladen, all das gibt es bei mir nicht.

Meist wird am 20. jeden Monats bereits das Geld für das Essen schon sehr knapp. Da gibt es dann schon mal jeden Tag nur noch Konserven und Nudeln mit Tomatensoße.

An Weihnachten ist das doppelt bitter. Geschenke sind selbstgemacht oder müssen sehr, sehr günstig sein. Es gibt keinen Baum und keine Deko. Die kann ich mir einfach nicht leisten. Aber solche Dinge plane ich ohnehin schon lange nicht mehr ein.

Mit 122 Euro pro Monat weniger bin ich gezwungen, meine Familie um Geld anzubetteln

Für wen sollte ich auch dekorieren in meiner Wohnung? Wie sollte ich Freunde zu mir einladen, wo oft sogar Sachen wie Zahnpasta und Spülmittel knapp werden?

Mit Sanktionen wird alles noch viel schwieriger. Da muss ich mir schon manchmal Klopapier borgen. Mit 122 Euro pro Monat weniger bin ich gezwungen, meine Familie um Geld anzubetteln.

Gäbe es diese Möglichkeit auch nicht, dann müsste ich vielleicht in Mülleimern nach Pfand suchen, betteln auf der Straße oder zu Hilfseinrichtungen wie der Suppenküche gehen, um eine warme Mahlzeit zu bekommen.

Lebensmittel zu lagern ist sowieso immer schwieriger für mich. Denn wenn ich welche habe, traue ich mich kaummehr, sie in den maroden Kühlschrank zu stellen. Der funktioniert schon seit Wochen nicht mehr richtig.

Ich könnte zwar beim Jobcenter ein Darlehen für einen neuen beantragen, aber dann würden mir pro Monat weitere 10% meiner Bezüge für die Rückzahlung abgezogen. Hinzu kommt nun auch noch eine Stromnachzahlung von 300 Euro. Warum sie so hoch ausfällt weiß ich nicht.

Mein Stromanbieter wollte mir zu Weihnachten des Saft abdrehen

Ich habe mit einem Energiekostenmessgerät alles überprüft, aber dabei ist nichts Auffälliges herausgekommen. Vielleicht ist der Stromzähler kaputt oder der etwa 25 Jahre alte Durchlauferhitzer, doch das kann ich nicht überprüfen. Vielleicht ist es jetzt zusätzlich der defekte Kühlschrank.

Auch dafür könnte ich ein Darlehen beantragen, aber auch dafür würden mir 10% für die Rückzahlung abgezogen. Geld, das mir Mitte des Monats für Essen fehlen würde. Ich habe schon zu einem günstigeren Stromanbieter gewechselt, worauf mir die Stadtwerke Dortmund schrieben, sie würden mich als Kunden sowieso nicht mehr akzeptieren.

Mehr zum Thema: Was sich arme Menschen auf Deutschlands Straßen zu Weihnachten wünschen

Von meinem neuen Anbieter habe ich bereits Mahnungen erhalten, es hätte also sein können, dass mir zu Weihnachten der Strom abgestellt wird.

Dass es dieses Jahr doch nicht dazu kommt, verdanke ich das Aktion “Hartzbreaker” von “Sanktionsfrei e.V.” Mit Hilfe von Spenden konnten die Sanktionen ausgeglichen werden, sodass ich nun wieder einigermaßen über die Runden kommen kann, ohne meine Familie um Geld anzubetteln. Dafür bin ich unendlich dankbar.

Ohne den Ausgleich durch Sanktionsfrei und ohne meine Familie, bei der ich das Fest verbringen kann, hätte ich Weihnachten allein im Dunkeln mit einer Dose Thunfisch verbringen müssen.

Ich würde mir wünschen, dass die Leute etwas mehr Verständnis haben und den strengen Blick aufheben, mit dem sie auf uns Leistungsberechtigte schauen. Ich wäre froh, wenn mein Leben nicht mehr vom Jobcenter abhängen würde und ich einen Job hätte. Und das geht vermutlich den meisten so.

Nachbar blockiert mit Auto täglich Einfahrt, dann lässt Mann seine Muskeln spielen

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  • Abi Mustafar ist genervt: Immer wieder parkte ihr Nachbar seinen Wagen in ihrer Auffahrt
  • Also bat sie ihren Neffen, den 23-jährigen Bodybuilder Hakan Acar, um Hilfe
  • Wie der das Problem löste, seht ihr oben im Video

Ein wochenlanger Konflikt um einen Parkplatz in England hat ein abruptes Ende gefunden. Abi Mustafar war sehr verärgert darüber, dass ihr Nachbar ständig seinen Wagen in ihrer Auffahrt parkte.

Der Nachbar ließ offenbar nicht mit sich reden.

Der Bodybuilder ließ einfach seine Muskeln spielen

Die Dame wusste sich nicht mehr zu helfen und bat ihren Neffen Hakan Acar um Hilfe. So berichtet es zumindest die Nachrichtenagentur “Caters“.

Der 23-jährige Bodybuilder hatte sofort eine Lösung für das Problem parat.

Kurzerhand entschloss er sich dazu, das Auto einfach “umzuparken”. Vor der versammelten Nachbarschaft hob er den Wagen an und schob ihn einfach beiseite.

Der Nachbar dürfte sich das nächste Mal sicher zwei Mal überlegen, wo er seinen Wagen in Zukunft abstellen wird.

(ujo)

Schnee oder Regen? So wird das Weihnachts-Wetter in deiner Region

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  • Noch kurz vor Weihnachten hat der Winter Deutschland fest im Griff
  • In den nächsten Tagen steigen aber deutschlandweit die Temperaturen
  • Im Video oben seht ihr, wie das Wetter an Weihnachten wird

Es gibt schlechte Nachrichten für die Menschen, die sich eine weiße Weihnacht wünschen: Das Tauwetter hat bereits begonnen und wird sich in den nächsten Tagen weiter fortsetzen.

Von Norden kommt zunächst schwacher Regen, der an den Mittelgebirgen auch als Schnee fallen kann. Jedoch steigt die Schneefallgrenze auf mindestens 1000 Meter an. 

Im Osten und Süden bleibt es kalt, aber größtenteils freundlich.

Auf den Straßen droht Glätte

In der Nacht zum Mittwoch zieht der Regen weiter in den Südwesten und trifft dort auf Kaltluft. Es wird noch einmal stark schneien. In den Mittelgebirgen, wie dem Odenwald und dem Schwarzwald, fallen bis zu zehn Zentimeter Schnee.

In tiefen Lagen wird es Schneeregen geben. Die Straßen werden glatt sein - besonders während des Berufsverkehrs.

Die Tiefstwerte unterscheiden sich je nach Region sehr stark. In Schleswig-Holstein bleiben es milde acht Grad, doch im Bayerischen Wald fällt das Thermometer auf bis zu -13 Grad. 

Eisregengefahr und Tauwetter

Wetter am Mittwoch

Am Mittwoch setzt sich dann der Schneefall im Süden in Richtung Bayern in Bewegung. Die Warmluft aus dem Westen kommt damit aber auch weiter voran und der Schnee geht in Regen über. Es besteht die Gefahr von Eisregen.

Wetter am Donnerstag

Das Tauwetter geht am Donnerstag weiter. Es regnet fast überall. Nur im Norden kommt auch die Sonne zum Vorschein. Schnee fällt nur noch auf einer Höhe von über 1400 Metern. In den Mittelgebirgen dagegen schmilzt der Schnee.

Wetter am Freitag

Am Freitag regnet es weiter leicht im Süden und im Nordosten kommen nochmal Schneeschauer auf. Jedoch wird der Schnee nicht liegenbleiben können.

Wetter am Samstag und Sonntag

Wie das Wetter an Weihnachten werden wird, erfahrt ihr in unserem Video oben. 

Radar und exakte Vorhersage für eure Region findet ihr hier.

(lm)


Campino enthüllt, wen er seit Jahrzehnten wählt – und es ist nicht Merkel

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Ist das noch Punk Rock? Campino hat verraten, welche Partei ihm am nächsten ist
  • Musiker Campino hat in einem Interview verraten, welche Partei er seit Jahren wählt
  • Außerdem erzählt der Sänger, dass er kein Merkel-Fan ist

Campino ist ein politischer Mensch. Der Sänger der Toten Hosen schaltet sich regelmäßig in Diskussionen über gesellschaftliche Themen ein.

► Außerdem lobt er immer wieder mit deutlichen Worten die Bundeskanzlerin Angela Merkel. 

Mehr zum Thema: “Welt sucht nach Halt”: “Tote Hosen”-Sänger Campino hat eine Bitte an Kanzlerin Merkel

Jetzt hat der 55-Jährige verraten, welcher Partei er bei Wahlen seit Jahrzehnten seine Stimme gibt – und es ist nicht die CDU. 

Campino würde niemals zur Union gehen

Er könne sich nicht vorstellen, CDU zu wählen, sagte Campino der “Rheinischen Post”. Aber Merkel stehe immerhin für außenpolitische Stabilität.

Er sagte: “Ich bin kein Merkel-Freund, aber wir können glücklich sein, sie noch zu haben.”

Tatsächlich wählt der Tote-Hosen-Frontmann die Grünen. “Seit Anfang der 80er Jahre wähle ich nichts anderes”, sagte er der “Rheinischen Post”. 

Denn auch die SPD kommt für den Sänger nicht in Frage. SPD-Kandidat Martin Schulz habe sich am Wahlabend wie eine “beleidigte Leberwurst” verhalten.

“Für die wirklich schwierigen Themen ist dieser Mann anscheinend nicht zu gebrauchen”, sagte der geborene Düsseldorfer.

Campino hat genug von “Sonnenschein-Politikern”

Bei der SPD sei es wie bei der FDP: “Eine Partei, die nicht wirklich mitmachen und regieren will, die brauche ich auch nicht zu wählen.”

Alle Menschen müssten mit dem Wahlergebnis klarkommen, betonte Campino. Auch die Politiker.

Er richtete einen deutlichen Appell an die Politik: “Es kann nicht sein, dass wir nur Sonnenschein-Politiker haben, die allein dann in die Verantwortung gehen, wenn ihnen die Konstellation passt.”

Mehr zum Thema: Die Ungleichheit in Deutschland ist so groß wie zuletzt vor Ausbruch des 1. Weltkriegs

(ll)

Junge Frau wollte nur Staub saugen, doch dann begann der Albtraum

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  • Eine 19-Jährige wollte eigentlich nur ihr Zimmer putzen
  • Doch in einer staubigen Ecke saß eine riesige Spinne
  • Die Aufnahmen von dem Tier seht ihr im Video oben

Putzen macht den meisten Menschen keinen Spaß. Für die 19-jährige Lydia wurde der Hausputz allerdings zum richtigen Albtraum. Die Engländerin wollte ihr Zimmer putzen.

Der”Staub” fing an sich zu bewegen 

Eine Ecke im Raum war besonders staubig. Das dachte sie zumindest. Als sich der “Staub“ jedoch bewegte, erschrak sie. Sie realisierte, dass eine riesige Spinne in der Ecke saß, die bereits anfing zu brüten. Sie machte ein Foto der Spinne und postete es auf Twitter.

Viele Nutzer reagierten auf den Post

Als Lydia sich für die dreckige Ecke damit rechtfertigte, dass sie an die Stelle nicht rankomme, hatte ein Nutzer auch gleich einen hilfreichen Tipp parat. Eine weitere Nutzerin fragte, was denn mit der Spinne passiert sei.

Lydia antwortete, dass ihr Vater sie wahrscheinlich die Toilette runtergespült habe. Ein anderer Nutzer meinte, dass das keine gute Idee gewesen sei, da die meisten Spinnen angeblich schwimmen könnten.

(best)

Brustkrebs: Neuer Gen-Test kann unnötige Chemotherapie ersparen

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Für Brustkrebspatientinnen gibt es umstrittene Gen-Tests.
  • Seit einigen Jahren gibt es umstrittene Gen-Tests für Brustkrebspatientinnen
  • Er soll anzeigen, ob eine Chemotherapie sinnvoll ist - denn diese hilft nicht jedem Patienten
  • Jetzt hat die Deutsche Krebsgesellschaft erstmals neue Leitlinien und Ratgeber zu den Gen-Tests veröffentlicht

Wer Krebs hat, will und muss auf Nummer sicher gehen. Lieber zuviel als zuwenig Behandlungen, denkt sich so mancher Patient. Aber was, wenn die Therapie einfach sinnlos ist und den Betroffenen nur unnötig schwächt?

Für Brustkrebspatientinnen gibt es seit einigen Jahren einen Gen-Test. Er soll  anzeigen, ob eine Chemotherapie sinnvoll ist. Denn eine Chemotherapie, oft eine Tortur für den Patienten, kann sich unter bestimmten Umständen als wirkungslos erweisen.

Da die Tests auch umstritten sind, gibt es jetzt - endlich - neue Leitlinien für Ärzte und einen Ratgeber für Betroffene.

In der Leitlinie werden die Gen-Tests positiv bewertet

Die Deutsche Krebsgesellschaft geht in ihrer neuen Onkologie-Leitlinie für Ärzte erstmals auch auf die Gen-Tests ein. Diese spielten eine “zunehmend wichtige Rolle” neben den klassischen Prognose-Faktoren, so die Einschätzung.

“In den Leitlinien wird ein Einsatz in ausgewählten Situationen befürwortet”, erklärt Achim Wöckel, Direktor der Frauenklinik am Universitätsklinikum Würzburg.

Bisher haben sich Mediziner bei Brustkrebspatientinnen bestimmte Merkmale wie die Zahl betroffener Lymphknoten, die Tumorgröße und Gewebebesonderheiten angesehen, um zu entscheiden, ob eine Chemotherapie hilfreich wäre oder nicht.

Der Leitlinie zufolge kann der sogenannte Genexpressions-Test bei Patientinnen sinnvoll sein, bei denen die herkömmlichen Untersuchungsmethoden des Arztes keine sichere klinische Entscheidung bringen.

Mehr zum Thema: Diagnose Krebs: Diese 4 Kinder sprechen über ihre Krankheit und ihre Stärke ist inspirierend

Ein weiteres Institut sieht die Tests dagegen kritisch

Damit kommen die beteiligten Fachleute und Organisationen der Deutsche Krebsgesellschaft  zu einem anderen Ergebnis als das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) in Köln. 

Die vor einem Jahr präsentierte Einschätzung des IQWiG lautet nämlich: Gen-Tests brächten nach derzeitigem Stand keinen klaren Erkenntnisgewinn bei der Entscheidung für oder gegen eine Chemotherapie.

Ob es einen Mehrwert gebe, könne erst mit den Ergebnissen noch laufender Studien beurteilt werden.

Weil die Tests trotz dieser Einschränkung “von Gynäkologen und Onkologen schon breit eingesetzt und von Herstellern beworben” werden, veröffentlichte das IQWiG in der vergangenen Woche eine Entscheidungshilfe für Patientinnen in Deutschland.

Sie richtet sich an Frauen mit Brustkrebs in einem frühen Stadium, bei denen sich keine klare Empfehlung für oder gegen eine Chemotherapie nach der Operation geben lasse. Für rund 20.000 Patientinnen jährlich ergäben die herkömmlichen Kriterien ein widersprüchliches Bild.

Bei der Beurteilung wurden wohl unterschiedliche Studien herangezogen

“Die Hersteller der Biomarker-Tests versprechen, jene Patientinnen besser erkennen zu können, die auf eine Chemotherapie verzichten können”, hieß es von dem Institut.

Durch aussagekräftige Studien belegt sei das jedoch keineswegs: “Die Art und Weise, wie die Ergebnisse der Biomarker-Tests kommuniziert werden, spiegelt leicht eine Sicherheit vor, die in Wahrheit nicht existiert.”

Ursache der unterschiedlichen Einschätzung in der neuen Leitlinie und des IQWiG sei, dass das Institut Studien nicht berücksichtigt habe, die in die Bewertung für die Leitlinie mit eingeflossen seien, erklärt Wöckel.

Klar werde aber auch dort, dass ein breiter Einsatz nicht als sinnvoll erachtet werde und dass zunächst unbedingt auf andere klinische Parameter zu achten sei.

Die Aussagekraft bisheriger Studien zu Gen-Tests sei unter anderem so schwach, weil der Nachbeobachtungszeitraum mit fünf Jahren sehr kurz sei, sagt Wöckel.

Rückfälle und Metastasen träten bei Brustkrebs häufig erst nach 10 bis 15 Jahren auf. “Es sind Langzeituntersuchungen und Studien mit einer großen Zahl von Frauen notwendig.”

Mehr zum Thema: Die 7 bekanntesten Theorien über Krebs-Heilmittel - und welche davon Lügen sind

“Viele Frauen fühlen sich erst richtig krebskrank, wenn sie eine Chemotherapie durchlaufen”

Das Problem: Lässt ein Test darauf schließen, dass kein Risiko für einen Rückfall oder Metastasen besteht und der Krebs kehrt doch zurück, sind die Folgen für die Frau weitaus größer als bei einer vielleicht unnötig durchgestandenen Chemotherapie. 

Doch so ganz ohne ist eine Chemotherapie auch nicht: Es gibt laut IQWiG Schätzungen, wonach etwa zwei bis drei Prozent der Chemotherapien zu Schäden an Herz, Nieren oder anderen inneren Organen führen - bis hin zum Tod. Wöckel weist ergänzend auf die Psyche als Faktor hin: “Viele Frauen fühlen sich erst richtig krebskrank, wenn sie eine Chemotherapie durchlaufen.”

Die Behandlung gehe mit Haarausfall, Müdigkeit und oft noch immer auch mit einer Stigmatisierung durch andere einher.  “Langfristig allerdings schadet eine Chemotherapie wohl nur selten.”

Bei den Patientinnen herrscht derzeit oft große Unsicherheit

Bei den Patientinnen herrsche derzeit oft große Unsicherheit, sagt Wöckel. “Manche denken, ihnen wird mit einem Test etwas angedreht, andere fürchten, ihnen werde ohne Test etwas vorenthalten.” Viel Aufklärungsarbeit sei nötig.

Weder bei den Frauen noch bei den Ärzten dürfe das Gefühl entstehen, dass ein Biomarker-Test nötig sei, um gut entscheiden zu können. “Das ist ganz klar nicht so”, betont der Mediziner. “So ein Test kann nur ein Beitrag von vielen für eine Entscheidung sein, eine Hilfe unter vielen.”

 

(cho)

Schönheitskönigin postet dieses Foto und erhält Morddrohungen

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  • “Miss Irak” Sarah Idan postete ein Foto mit “Miss Israel” Adar Gandelsman auf Instagram und bekam zahlreiche Morddrohungen

  • Ihre Familie musste aufgrund der Anfeindungen aus dem Irak in die USA fliehen - der Aufenthaltsort ist weiterhin unbekannt

Dumm, eitel und oberflächlich - das sind Vorurteile, mit denen Models weltweit zu kämpfen haben.

Die 27-jährige “Miss Irak” Sarah Idan wollte bei der “Miss Universe”-Wahl Mitte November in Las Vegas ein Zeichen setzen und zeigen, dass sich auch Models politisch engagieren.

Ihre Familie musste aus dem Irak fliehen

Sie schoss ein Selfie mit “Miss Israel” Adar Gandelsman und postete es auf ihrer Instagram-Seite. Doch nach dem vermeintlich harmlosen Foto wurden Idan und ihre gesamte Familie in ihrer irakischen Heimat bedroht. 

Dieses vermeintlich harmlose Selfie führte zu einem politischen Aufschrei.

“Frieden und Liebe senden euch Miss Irak und Miss Israel”, schrieb Idan unter ihr Bild auf Instagram.

Sie erklärte im Gespräch mit dem amerikanischen Fernsehsender “CNN”, was sie damit erreichen wollte:

“Ich habe damals gesagt: ‘Lass uns doch ein Foto machen, damit unsere Leute sehen, dass wir kein Problem miteinander haben und eigentlich Botschafterinnen des Friedens sind’”

Diese eigentlich gut gemeinte Botschaft brachte “Miss Irak” aber in Lebensgefahr. Idan und ihre Familie hätten zahlreiche Morddrohungen erhalten, bestätigte “Miss Irak” im Gespräch mit “CNN”.

Diese Anfeindungen gingen so weit, dass die Familie aus dem Irak in die USA fliehen musste. 

Und auch die Veranstalter der “Miss Irak”-Wahl reagierten nicht so, wie es sich Idan erhofft hatte. Die Veranstalter forderten Idan auf, das Selfie unverzüglich zu löschen. Sollte sie dieser Forderung nicht nachkommen, sei der Veranstalter gezwungen, ihr den “Miss Irak”-Titel abzuerkennen.

Mehr zum Thema: Es sieht aus wie ein gewöhnliches Cover - doch die Frau in der Mitte macht es zur Sensation

Es gab kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Irak und Israel

Die Spannungen zwischen dem Irak und Israel haben tiefe Wurzeln.

Der Irak hat Israel nie anerkannt und nach 1948 ungefähr 120.000 irakische Juden aus dem Land vertrieben. 

Die irakischen und israelischen Truppen kämpften 1948, 1967 und 1973 gegeneinander. 1981 bombardierte Israel ein irakisches Atomkraftwerk in der Nähe von Baghdad, woraufhin Saddam Hussein im Jahr 1991 Raketen nach Israel schoss.

Irak und Israel pflegen auch heute noch keinerlei diplomatische Beziehungen.

Dadurch, dass der Hass durch die kriegerischen Auseinandersetzungen im Nahost-Konflikt hohe Wellen schlägt, hat das gut gemeinte Selfie eine internationale Protestwelle ausgelöst.

“Mama, haut ab! Haut einfach ab!”

Die Mischung aus dem Hass im Netz und dem öffentlichen Druck durch die irakischen Behörden hätten die Schönheitskönigin dazu bewegt, ihre Mutter im Irak anzurufen, erzählt Sarah Idan:

“Meine Mutter ist ausgerastet. Ich habe ihr gesagt: ‘Mama, haut ab! Haut einfach ab!’ Ich habe ihr gesagt, wie leid es mir tut und habe sie gefragt, ob ich den Wettbewerb verlassen soll. Ich wäre sofort ausgestiegen.”

Doch sie blieb bei der “Miss Universe”-Wahl und veröffentlichte einen Tag nach dem kontrovers diskutierten Selfie ein Statement, in dem sie offenlegte, dass sie die israelische Regierung nicht unterstützen und deren Politik im Nahen Osten nicht gutheißen würde - das umstrittene Foto löschte sie nicht.

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“Ich werde von niemandem unterstützt”

Die größte Sorge war für Idan aber immer, dass ihre Familie in der Heimat erkannt und bedroht werden würde. Aus diesem Grund möchte sie auch nach der Flucht aus dem Irak in die USA den Aufenthaltsort ihrer Familie nicht bekannt geben.

Die Gefahr sei auch jetzt noch zu groß und sie habe immer noch Angst. Im “CNN”-Gespräch zeigt sich Idan auch enttäuscht von den Reaktionen ihrer Landsleute:

“Ich bin hier, um ein gutes Bild für unser Land und unsere Menschen abzugeben und im Gegenzug bekomme ich negative Rückmeldungen. Ich bekomme weder von den Veranstaltern der “Miss Irak”-Wahl, noch von der irakischen Regierung irgendeine Unterstützung.”

Auch heute kann man das Selfie noch auf der Instagram-Seite von Sarah Idan sehen. Und neben den zahlreichen Hass-Kommentaren finden sich auch mutmachende Kommentare unter dem Bild:

“Wir leben alle auf dieser Welt. Das ist unsere Heimat und es gibt so viele Menschen, die hier leben. Das Inspirierendste wäre Frieden zwischen euren Ländern. Ihr beide seid die schönsten Beispiele für Frieden. Gott segne euch beide :)”

(lm)

Selten, aber schön: Werdende Mutter postet Bild ihres herzförmigen Babybauchs

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  • Manche Frauen bekommen in der Schwangerschaft einen herzförmigen Bauch
  • Auch das spanische Model Gala Caldirola hat diese körperliche Besonderheit und begeistert ihre Follower auf Instagram mit einem Foto  

Jeder Bauch sieht während der Schwangerschaft verschieden und auf seine ganz eigene Weise schön aus. Bei manchen Frauen ist die Form aber besonders ungewöhnlich.

Zu diesen Frauen gehört die Spanierin Gala Caldirola. Das 24-jährige Model und der chilenische Fußballer Mauricio Isla erwarten ihr erstes Kind. 

Auf Instagram teilt Caldirola regelmäßig Bilder ihrer Schwangerschaft mit ihren 1,5 Millionen Abonnenten.

Caldirola fragte Instagram-Nutzer nach ähnlichen Erfahrungen

Auf der Plattform hat sie nun auch ein Bild ihres Babybauches hochgeladen - der eine herzförmige Wölbung hat. Da sie sich darüber wunderte, fragte sie die Nutzer auf Instagram nach ähnlichen Erfahrungen.

Zu dem Foto ihres Babybauchs schrieb Caldirola [übersetzt]: “Das ist eine wunderschöne Kuriosität. Wahrscheinlich gibt es das öfter, aber ich sehe es zum ersten Mal und würde gerne wissen, ob auch andere sowas schon mal gesehen hat.”

Während des Ultraschalls habe ihr der Arzt bereits gesagt, dass sie einen herzförmigen Uterus habe. “Heute konnte ich es zum ersten Mal richtig sehen.”

Eine Person kommentierte das Foto [auf Spanisch]: “Wow, ich sehe es auch. Das ist wunderschön.” Ein anderer Nutzer schrieb: “Ja, das ist definitiv eine Herzform.”

Der herzförmige Uterus sorgt für Risiken in der Schwangerschaft

Wie wahrscheinlich ist es aber, dass eine Frau einen herzförmigen Uterus hat?

“Es ist unmöglich zu sagen, ob der Babybauch ein Resultat der Position des Babys ist oder der Form des Uterus”, sagte Lesley Gilchrist, Hebamme und Gründerin der Website “My Expert Midwife”, der HuffPost. “Manche Frauen haben einen herzförmigen Uterus, doch das ist sehr selten. Es handelt sich dabei um einen sogenannten ‘Uterus bicornis’.”

Mehr zum Thema: Forscher vermuten: Stress während der Schwangerschaft könnte das Demenzrisiko beim Kind erhöhen

Die Form mache es wahrscheinlicher, dass das Baby mit dem Kopf oben und dem Po unten im Uterus liege. Ärzte sprechen dabei von der sogenannten Beckenendlage. “Trotzdem lässt sich der Uterus bicornis nicht durch die bloße Betrachtung des Bauches feststellen”, sagte Gilchrist.

Die Schwangerschafts-Stiftung “Tommys” erklärt auf ihrer Website: “Ein Uterus bicornis ist herzförmig. Frauen mit diesem Uterus haben keine Einschränkungen beim schwanger Werden oder in den ersten Monaten der Schwangerschaft.”

Später sei jedoch das Risiko der Fehl-oder Frühgeburt erhöht. “Es kann auch die Position des Babys im späteren Schwangerschaftsverlauf beeinflussen. Oft ist deshalb ein Kaiserschnitt empfehlenswert.”

Dieser Artikel erschien zuerst bei HuffPost UK und wurde von Johanna Gill aus dem Englischen übersetzt.

(lk)

"Staat hat Schwächen gezeigt": Merkel gesteht Fehler in Reaktion auf Anschlag ein

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Merkel stand mit einer Kerze an der Stelle, an der 12 Menschen ums Leben kamen.
  • Angela Merkel hat am Breitscheidplatz den Opfern des Anschlags vor einem Jahr gedacht
  • Sie gestand nach der Gedenkfeier ein, dass ihre Regierung Fehler im Umgang mit den Angehörigen gemacht habe

Von einem Tag der Trauer, sprach die Bundeskanzlerin. Und von einem Tag des Willens. 

Trauer ob der vielen Opfer des Anschlags des Tunesiers Anis Amri am Berliner Breitscheidplatz vor einem Jahr – und Willen, weil die Kanzlerin etwas gut zu machen hatte. 

➨ Mehr zum Thema: Angehörige der Breitscheidplatz-Opfer haben einen wütenden Brief an Merkel geschrieben

In den vergangenen Tagen sah sie sich schweren Vorwürfen durch die Angehörigen der Opfer des Anschlags ausgesetzt: Die Bundesregierung habe nicht genug getan, um ihnen zu helfen, warfen sie Merkel vor. 

Heute, am Jahrestag des Anschlags, gab die Kanzlerin nun zu, dass sie in Reaktion auf die Terrortat Fehler gemacht habe. 

Merkel: “Dinge, die nicht gut gelaufen sind, besser machen”

“Dieser Tag hat für viele Menschen ihr bisheriges Leben zerstört, zwölf Menschen sind gestorben. Viele sind verletzt worden”, sagte Merkel in einer Stellungnahme nach der Gedenkfeier. 

Sie habe am Montag mit den Hinterbliebenen gesprochen und sich auch mit den Verletzten des Anschlags getroffen.

“Es war ein sehr offenes und auch von Seiten der Menschen, die betroffen sind, ein sehr schonungsloses Gespräch, das gezeigt hat, welche Schwächen unser Staat in dieser Situation auch gezeigt hat”, sagte Merkel. 

➨ Mehr zum Thema: Medienbericht: V-Mann soll Islamistengruppe um Berlin-Attentäter Amri zu Anschlägen angestachelt haben

► Sie versprach, “daran zu arbeiten, dass wir die Dinge, die nicht gut gelaufen sind, besser machen.” 

Merkel will sich noch einmal mit Angehörigen und Verletzten treffen

Die Kanzlerin betonte, es müsse alles Menschenmögliche getan werden, um nicht nur Sicherheit zu gewährleisten, “sondern den Menschen, deren Leben zerstört oder deren leben getroffen wurde, auch die Möglichkeit zu geben, möglichst gut wieder in das Leben hineinzukommen.”

Merkel kündigte deshalb an, sich in einigen Monaten nochmal mit den Angehörigen und die Verletzten treffen zu wollen.

Sie wolle so deutlich machen, dass die Regierung dazu gelernt habe und in Zukunft anders auf Anschläge reagieren wolle. 

Dass das bitter nötig ist, zeigt ein Brief des Berliner Bürgermeisters an die Hinterbliebenen des Anschlags. In der Einladung zur Gedenkfeier schrieb er: “Taxikosten werden nicht erstattet. Es müssen öffentliche Verkehrsmittel benutzt werden.”  

Männer, wehrt Euch endlich!

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Ich habe noch ein weiteres Hashtag für Sie: #TeamGinaLisa. Was aus diesem Team wurde, weiß man nach der erwiesenen Falschbezichtigung durch Gina Lisa nicht so genau.

Und alles was von dem anderen großen “Vergewaltigungs-Fall“ Kachelmann übriggeblieben ist, ist der oft gehörte Satz: “Da wird schon irgendetwas dran gewesen sein“ – wohlgemerkt trotz obergerichtlich festgestellter Falschbeschuldigung durch das mutmaßliche Opfer.

Jetzt mag man wie etwa Spiegel-Herausgeber Jakob Augstein die These vertreten, dass es vielleicht unvermeidlich sei, wenn auch ein paar Männer unter die Räder kommen und es – wie Augstein - im Ergebnis billigen, dass für die “gute Sache” der Frauenrechte eben auch ein paar Unschuldige verurteilt werden. Nur was, wenn es jetzt nicht einmal mehr einer Falschbeschuldigung bedarf, um trotzdem als Mann unter die Räder zu kommen?

#MeToo dürfte das derzeit prominenteste Beispiel dafür sein: Denn haben Sie sich schon einmal gefragt wer eigentlich alles öffentlich #MeToo posten darf?

Antwort: Jeder. Welches männliche Fehlverhalten nämlich letztlich dazu geführt hat, der ganzen Welt mitzuteilen, dass man selbst auch (wie auch immer geartete) #MeToo-Erfahrungen gemacht hat, interessiert nicht weiter.

Der bloße Hashtag genügt. Nicht einmal des Verweises auf irgendein sexuell unerwünschtes Verhalten bedarf es hierzu.

➨ Mehr zum Thema: Frau schreibt Geschichte über schlechten Sex, jetzt trifft sie der Hass von tausenden Männern

Wie praktisch, dass #MeToo laut Wikipedia-Eintrag dann auch so unbestimmte Begrifflichkeiten wie “sexueller Übergriff“ oder “sexuelle Belästigung“ bedeutet. Damit ist dann jedem klar was dem “MeToo“-Kandidaten passiert ist – oder?

Dass sowohl das Wort “sexuell“ als auch die Worte ”Übergriff“ und “Belästigung“ so ziemlich Alles an Verhaltensweisen beinhalten kann, scheint ebenso nebensächlich, wie eine Studie der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA) aus März 2014, wonach eine Befragung von 42.000 Frauen in 28 EU-Mitgliedsstaaten im Alter zwischen 18 und 74 Jahren ergab, dass 60% der befragten Frauen mindestens schon einmal eine Form der “sexuellen Belästigung“ erfahren hätten.

Auf nähere Nachfrage, um was für Belästigungen es sich dabei gehandelt habe, wurden vor allem

    • das Erzählen schmutziger Witze
    • das Zeigen oder Verteilen sexuell eindeutiger Zeichnungen oder Bilder
    • Briefe, Notizen, E-Mails, Telefonanrufe oder anderes Material sexueller Natur
    • Menschen nach ihren physischen Eigenschaften zu bewerten
    • sexuelle Kommentare über Kleidung, Anatomie oder Aussehen einer ​​Person
    • Pfeifen oder Nachrufe
    • sexuell suggestive Geräusche oder Gesten wie Saug-Geräusche, Zwinkern oder Beckenbodenstöße
    • direkte oder indirekte Drohungen oder Bestechungsgelder für unerwünschte sexuelle Handlungen
    • wiederholtes Fragen nach Dates oder Sex
    • Beschimpfungen wie Schlampe, Hure oder Flittchen
    • offensives Anstarren (der Brüste einer Frau oder des Gesäßes eines Mannes)
    • unerwünschte Fragen über das eigene Sexualleben

geschildert. Ein wesentlicher Teil der Definition war das Wort “unerwünscht”.

Unerwünscht ist mir aber auch der nach Schweiß stinkende Bürokollege, Steuern zahlen zu müssen oder überhaupt für meinen Lebensunterhalt in die Arbeit zu gehen.

Nur scheint das Alles keinen moralischen Aufschrei zu produzieren, ebenso wenig, wenn laut polizeilicher Kriminalstatistik von 6.372.526 Straftaten allein im letzten Jahr 2.373.774 Diebstahlsdelikte, 406.038 einfache Körperverletzungsdelikte und 140.033 gefährliche / schwere Körperverletzungen begangen wurden – wohlgemerkt alles Straftaten, die auch nach dem Gesetz – anders als schmutzige Herrenwitze oder billige Anmachen strafbar sind.

Wieviel #MeToo ist eigentlich strafbar?

Antwort: Jede ungewollte Berührung! Denn Falschbeschuldigung ist längst nicht mehr nötig, um dem Mann eins auszuwischen, oder wie es Jakob Augstein propagiert, Männern das Fürchten zu lehren.

Es geht mittlerweile auch ganz legal, Männer – für sagen wir mal nichts – in den Knast zu bringen.

Was viele nämlich nicht wissen, zumindest nach dem deutschen Strafrecht dürften die meisten im Netz, den Medien und sonst wo geäußerten #MeToo Vorwürfe tatsächlich auch strafbar sein, zumindest dann, wenn sie nach der Ende 2016 in Kraft getretenen Reform des neuen Sexualstrafrechts stattgefunden haben.

Denn egal, ob es letztlich um erhebliche sexuelle Handlungen oder nur solche im absoluten Bagatellbereich geht, das neue Sexualstrafrecht schützt jetzt jede Form der unerwünschten sexuellen Handlung – egal ob das nicht Erwünscht-Sein klar kommuniziert wird oder nicht.

So sind z.B. nach dem neuen “Vergewaltigungs-Paragraph“ (§ 177 I StGB) sexuelle Handlungen dann strafbar, wenn sie gegen den erkennbar entgegenstehenden Willen vorgenommen werden. Wann ein entgegenstehende erkennbar ist, wird nicht weiter geregelt.

Es ist noch nicht einmal geregelt, ob eine Kommunikation zwischen Täter und Opfer notwendig ist. Sicher ist nur eins, ein ausdrückliches “Nein“ bedarf es gerade nicht, ein trauriger Blick oder die nachträgliche Feststellung, dass die Frau (oder der Mann) das “unter diesen Umständen“ nicht gewollt haben kann, genügt vollkommen.

Von wegen “Nein heißt Nein“. Dass es nun bei der Vergewaltigung gar keiner Gewalt mehr bedarf ist ebenso zur Nebensache geworden, wie die Tatsache, dass ambivalentes oder widersprüchliches Verhalten des Opfers bei der Überführung des Täters keine Rolle mehr spielt zum Beispiel wenn der “Täter“ berechtigte Zweifel hat, ob ein “Nein“ wirklich die Bedeutung einer strikten Ablehnung hatte, weil die Person später höchst aktiv mitwirkt und die sexuellen Handlungen des Anderen nicht nur passiv erduldet.

Oder denken Sie an die noch immer anhaltende Shades of Grey-Welle, wonach der Widerwille durch sexuelle Handlungen erst überwunden wird (als Anwalt für Sexualstrafrecht wurde ich unzählige Male angefragt, ob ich nicht die “Sex-Verträge“ diverser Mister Greys rechtlich überprüfen könne!?).

Ein Beispiel gefällig? Wenn Ihr Ehemann in Unterhose und Feinripp mal wieder auf der Couch sitzend, angestrengt das Fußballspiel seines Lieblingsvereins verfolgt und sie ihm dabei einfach mal zur Abwechslung einen “blasen“ wollen, machen Sie sich der Vergewaltigung strafbar. Schließlich ist offenkundig, dass ihr Mann jetzt gerade keinen Sex will, er will ja Fußball gucken (das ist kein Witz!).

Sagt er dabei auch noch so etwas wie “Nein, nicht jetzt“ oder “später Schatz“, und Sie fangen trotzdem an, ein bisschen an seinem besten Stück herumzumanipulieren, weil sie aufgrund ihrer Liebeskünste ihn bisher dann doch immer wieder von der Couch noch ins Schlafzimmer gebracht haben, sind Sie endgültig dran – 2 bis 15 Jahre Gefängnis warten auf Sie!

Aber es müssen gar nicht erst diese extremen Beispiele sein, um sich heutzutage strafbar zu machen.

Schließlich hat der Gesetzgeber neben “Nein heißt Nein“ auch noch den Straftatbestand der sexuellen Belästigung eingeführt, wonach mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft werden kann, wer eine andere Person in sexuell bestimmter Weise körperlich berührt und dadurch belästigt.

Wann eine Körperberührung “sexuell bestimmt“ ist? – Wenn sie sexuell motiviert ist! – So die Gesetzesbegründung. Es kommt also allein auf die subjektiv motivierten Umstände des Täters an.

Sobald diese für ihn ein sexuelles Gepräge aufweisen, also z.B. der Täter ein sexuelles Interesse an einer anderen Person zum Ausdruck bringen oder werbend einwirken will, ist er dran. Somit sind jetzt Streicheln von Körperteilen wie Hand, Arm, Bein oder Knie strafbar.

Mehr zum Thema: Neues Gesetz: In Schweden müssen Männer Frauen bald vor dem Sex um Erlaubnis fragen

Die berühmte Umarmung beim Kinodate oder der erste Kuss sind also endlich strafbar. Umso verwunderlicher, dass Katarina Barleys (derzeit geschäftsführende Bundesfamilienministerin) erst kürzlich in einem Interview forderte, dass “körperliche Übergriffe“, wie Hand aufs Knie legen, juristisch schärfer werden sollen.

Schließlich gebe es “bei offiziellen Foto-Terminen schon den einen oder anderen, der bei der Umarmung oder wenn man eng beieinandersteht, seine Hand mal länger auf der Taille lässt oder fester zugreift.” Interessant, dass jene Ministerin an der neuen Sexualstrafrechtsreform maßgeblich beteiligt war aber ihr eigenes Gesetz nicht kennt?

In diesem Gesetz steht übrigens auch drinnen, dass in “besonders schweren Fällen” des unerheblichen (!) Berührens Freiheitsstrafen bis zu fünf (!) Jahren zu verhängen sind. Das ist übrigens die Höchststrafe, die noch bis vor ein paar Jahren für “Totschlag im minder schweren Fall” angedroht war.

Soweit wir also bei den Auswirkungen des neuen Sexualstrafrechts bleiben wollen, ist jetzt also auch das Berühren der Schnürsenkel seines Gegenübers mit bis zu 2 Jahren Gefängnis als sexuelle Belästigung zu ahnden, wenn ein solches Schnürsenkelberühren den Täter sexuell motiviert und sich das “Opfer“ dadurch belästigt fühlt. (Auch kein Witz!)

Und der recht unbestimmte Begriff “Belästigen“ reicht sehr weit wie wir ja schon aus der o.g. Studie erfahren durften.

Wer jetzt plötzlich stutzig werden und anmerken sollte, dass doch reine Bagatellen bitte nicht mit Gefängnis bestraft werden müssen, der sei von nun an eines Besseren belehrt:

Eine Erheblichkeitsschwelle, wonach unerhebliche körperliche Berührungen von einer Strafbarkeit auszuscheiden wären, existiert bei der sexuellen Belästigung nicht.

Wer darf sich also alles auf #MeToo berufen?

Antwort: Nach dem oben Gesagten so ziemlich jeder, der sich in irgendeiner Art und Weise sexuell bedrängt oder belästigt fühlt. Und wer dabei auch noch körperlich berührt wurde (wo ist ziemlich egal, solange man dem Täter unterstellt es sei sexuell motiviert), ist auch Opfer im strafrechtlichen Sinne.

Inwieweit #MeToo-Opfer damit womöglich Geschädigte echter Vergewaltigungen im Sinne von Sex durch Gewalt beleidigen (so zumindest die Auffassung von Schauspielerin Sophia Thomalla) mag jeder für sich beurteilen.

Ich für meine Begriffe sympathisiere mit dieser These und das nicht nur wegen Thomallas tollem Aussehen und weil ich sie schon allein deshalb vom Fleck weg heiraten würde. Denn für diesen “sexistischen“ Kommentar würde Frau Thomalla allem Anschein nicht #MeToo posten.

Genauso wenig Schauspielkollegin Nina Proll, die unter dem Hashtag #notme schrieb, dass sie in 20 Jahren Berufserfahrung noch nicht einmal sexuell belästigt wurde und erklärte, dass das vermutlich daran liege, dass sie sexuelle Annäherungsversuche von Seiten eines Mannes grundsätzlich erfreulich findet und einen solchen erst mal als Kompliment und nicht als Belästigung verstehe.

Mehr zum Thema: Barack Obama sagt, Frauen sollten die Welt regieren, weil “Männer einige Probleme haben”

Und dass ganz umgekehrt auch manch Frau Ihre Reize gekonnt dazu eingesetzt haben dürfte, um genau dort zu stehen, wo sie es jetzt tut, hat doch eigentlich Nichts mit Opfer-Sein zu tun – selbst wenn sie dabei hoffen “This is hopefully the last cock I have to suck!” (Zitat von Norma Jean alias Marilyn Monroe)

#MeToo sieht das aber anders, denn Opfer ist, wer sich als Opfer fühlt. Und den nötigen gesetzlichen Rückhalt gibt’s ja jetzt auch, wenn gewollt-ungewollte Körperberührungen nun endlich bestraft werden von denen man erst im Nachhinein erfährt, dass sie ungewollt waren, ich sag nur: der erkennbar entgegenstehende Wille.  

Dass dann selbst herausragende Persönlichkeiten wie der bekannte Richter des Bundesgerichtshofs, Thomas Fischer aufpassen müssen, schockiert dann auch nicht mehr oder um es in seinen Worten zu sagen:  

“Mit Abstand die wenigsten attraktiven Frauen näherten sich mir sehnsuchtsvoll, als ich jung, schön, arm und unbekannt war. Das Erstaunliche war, dass die Anzahl solcher Erlebnisse sich proportional zum Fortschreiten von Alter, Gewicht und – vor allem – von beruflichem Erfolg entwickelte“

Wie schnell sich doch die Zeiten ändern, ist mir der Auftritt von Moderatorin Anke Engelke auf dem Filmfest Berlin noch bildlich in Erinnerung, als diese wörtlich sagte:

“Die macht die Beine breit – Dabei hat sie die Rolle doch schon!” Das schallende Gelächter des Publikums ist jetzt dem medialen Betroffenheitskult sexistischer Demütigung durch die Bestie “Mann“ gewichen – oder kurz gesagt: #MeToo.

Was ist so schlimm an #MeToo?

Antwort: #MeToo WAS? Schon die Begrifflichkeit sagt schlicht Nichts darüber aus, was einem konkret passiert sein soll?

Die vom Friedhofsgärtner ins Gebüsch gezerrte und vergewaltigte Frau kann sich ebenso auf #MeToo berufen, wie Iris Berben, die ihren Agenten mitteilen ließ, dass ihr selbst zwar nichts widerfahren sei, sie aber schon lange geahnt habe, dass es “so etwas“ möglicherweise geben könne.

Oder nehmen wir eine andere Vorkämpferin aus der Schauspielbranche, die nun bekennt, dass ihr vor zehn Jahren bei einer Preisverleihung ein greiser Großschauspieler die Hand auf eine Hinterbacke legte, sie sich anschließend aber gleichwohl lächelnd mit ihm durch den Abend herzte, weil sie einfach zu traumatisiert war, die Gala zu stören.

Da ist es dann schon fast egal, dass jeder behauptete Übergriff natürlich auch wahr sein soll! Überprüft wird es jedenfalls nicht – #MeToo genügt um vollends zu überzeugen.

Dass gerade bei Sexualdelikten ein superexponentiell hoher Grad an Falschbeschuldigungen besteht, wird von den selbsterklärten Verfechtern der neuen Anti-Sexismus-Bewegung aber ohnehin wutentbrannt und mit frei erfundenen Statistiken wettgeredet.

Gerade einmal 3 Prozent aller Anzeigen wegen eines Sexualdeliktes lägen einer Falschaussage zu Grunde – In Wahrheit schlichter Blödsinn, wenngleich ausgerechnet der für das neue Sexualstrafrecht so stellvertretend ins Feld geführte Fall, der einer Falschbeschuldigung war: Gina Lisa Lohfink, mittlerweile wegen falscher Verdächtigung von zwei Instanzen rechtskräftig verurteilt.

Und Gina Lisa ist kein Einzelfall, ebenso wenig wie der bewusst falsch angezeigte Wettermoderator Kachelmann oder der Lehrer Horst Arnold - um nur wenige Beispiele zu nennen - die in jüngster Vergangenheit überregionale Bekanntheit erlangt haben.

Falschbeschuldigungen sind deutlich häufiger. Das zeigen die Befunde von Ärzten, wenn Frauen behaupten, durch eine Vergewaltigung verletzt worden zu sein; zum Beispiel in der Opferambulanz des Rechtsmediziners Jens Püschel.

Er hat im Verfahren gegen den Wettermoderator Jörg Kachelmann ausgesagt, dass er in etwa einem Drittel der Fälle von falschen Beschuldigungen ausgeht. Für das Jahr 2009 hat Püschel genauere Zahlen genannt:

Bei insgesamt 132 untersuchten Frauen hielten seine Ärzte die Verletzungen in 27 % der Fälle für selbst beigebracht, in 33 % für echt, und in 40 % hielten sie beides für möglich. Mit diesen Zahlen kommt man sogar zu einer Quote von fast ein Halb, da man für eine Wahrscheinlichkeitsaussage die ungeklärten Fälle je zur Hälfte den wahren und den falschen Anzeigen zuzuschlagen hat.

Es kommt hinzu, dass die Opferambulanz nur die Spitze des Eisberges falscher Beschuldigungen erfasst. Denn von den Scheinopfern tauchen dort nur jene auf, die sich selbst Verletzungen beigebracht haben. Das kostet Überwindung, und zu der ist nicht jede Verleumderin fähig.

Motive für intentionale – also bewusste – Falschbeschuldigungen gibt es viele, ob Rache, persönliche Interessen (z.B. im Scheidungskrieg), Öffentlichkeits- und Medienaufmerksamkeit (Gina Lisa) oder um von eigenem Fehlverhalten abzulenken (oftmals bei Seitensprüngen).

Es gibt aber auch genügend Fälle in denen nicht intentionale Falschaussagen der objektiven Wahrheit widersprechen zum Beispiel dann, wenn Alkohol, fremd-suggestive Einflüsse oder psychische Erkrankungen eine Rolle spielen. Beispiele aus der Gerichtspraxis gibt es hierfür unzählige.

Und um abschließend zur Frage der Glaubhaftigkeit von behaupteten Übergriffen das Standardargument zahlreicher Feministinnen zu entkräften, die, so wie Annika Reich und Christina Clemm auf ZEIT ONLINE entgegnen, dass bei Sexualdelikten die Falschbeschuldigungsquote eher geringer als sonst sei, weil wiederum erwiesen sei, dass die Anzeigequote dort besonders niedrig sei, kann nur entgegnet werden:

Die Anzeige- und die Falschbeschuldigungsquote haben nichts miteinander zu tun: Dass reale Opfer schweigen, hindert falsche nicht zu reden.

Dass in diesem Lichte die ganze #MeToo Debatte so gar keine kritische Beachtung findet, wo es doch noch nicht einmal einer Anzeige bei der Polizei, etwaigen unangenehmen Fragen oder gar einer körperlichen Untersuchung zur Glaubwürdigkeitsbeurteilung, sondern nur des bloßen Hashtags “MeToo“ bedarf, scheint ebenso bemerkenswert wie die Tatsache, dass #MeToo einen eigenen Wikipedia Eintrag hat, in welchem auch praktischer Weise noch gleich eine lange Liste all derer prominenten Namen aufgeführt wird, die öffentlich eines #MeToo-Übergriffs bezichtigt  wurden.

Ob an der “MeToo-Sache“ nun was dran ist oder nicht ist egal, der bloße Vorwurf genügt um Eingang in die Liste zu finden.

Mehr zum Thema: Facebook-Chefin warnt: Die aktuelle Debatte um sexuelle Belästigung kann fatale Folgen für Frauen haben

Entgegen rechtsstaatlicher und über Jahrhunderte etablierter Grundsätze wie Unschuldsvermutung, die Chance auf ein faires Verfahren oder die Anhörung des Betroffenen VOR einer Verurteilung, führt die bloße Behauptung eines wie auch immer gearteten sexuellen Übergriffs zur Anklage durch die Öffentlichkeit – Kein Gerichtsurteil, keine polizeilichen Ermittlungen von Nöten.

Diese Behauptung genügt um hundertprozentige Glaubhaftigkeit an den öffentlich erhobenen Vorwurf zu begründen (entgegen der Problematik Aussage gegen Aussage, Beweislast, Glaubwürdigkeit), sie genügt auch um eine Existenz vollständig und nachhaltig zu zerstören.

Und als ob das Alles nicht schon beunruhigend genug wäre, sind es – zumindest in den überwiegenden Fällen der derzeit zu Tage tretenden - oder besser gesagt - schlicht behaupteten Übergriffen – mit Nichten schwere Straftaten wie Vergewaltigung, sexueller Missbrauch oder sexuelle Nötigung, die dabei im Raum stehen.

Überwiegend sind es Bagatelldelikte, wie Grapschen, Belästigen oder anzügliche Bemerkungen, die bis vor kurzem in Deutschland noch nicht einmal unter Strafe standen und dennoch dieselben Konsequenzen nach sich ziehen, wie schwere Sexualdelikte: Existenzielle Vernichtung!

Umso grotesker wird es allerdings, wenn sich im Nachgang die Unschuld eines behaupteten Übergriffs herausstellt: Vorletzte Woche verteidigte ich einen Mann vor Gericht, dem von zwei Schwestern vorgeworfen wurde, sie über Jahre sexuell missbraucht zu haben.

Obwohl sich aufgrund eines aussagepsychologischen Gutachtens am Prozessende ergab, dass die beiden Schwestern gelogen hatten und der Mandant deshalb auch freigesprochen wurde, lehnte die Presse eine Berichterstattung über den Fall mit der Begründung ab, dass man nicht wisse, ob nicht doch was an den Vorwürfen dran ist – Wohlgemerkt trotz der Tatsache, dass selbige Presse vor und während des Prozesses noch großflächig von dem “Sexmonster“ in der Zeitung berichteten.

#NoSex

Ich sage nicht, dass auch kleinere sexuelle Übergriffe oder Belästigungen nicht in Ordnung und nicht zu ahnden wären.

Ich sage auch nicht, dass alle Frauen übertreiben oder lügen.

Auch sage ich nicht, dass es nicht unzählige Fälle sexueller Gewalt gibt, die womöglich nie zur Anzeige gebracht werden.

Ich frage mich nur, warum bei sexuell konnotierten Sachverhalten plötzlich sämtliche rechtsstaatlichen Grundsätze über Bord geworfen werfen und ob wir in dieser ganzen Sexismus Debatte wirklich noch mit Maß und Verstand urteilen.

Ist es denn in der medial aufgehetzten gesellschaftspolitischen Diskussion – oder sollen wir besser sagen Einigkeit – rund um den sog. Anti-Sexismus hinnehmbar, dass der durchschnittliche Grapscher mit maximaler gesellschaftlicher Ächtung sanktioniert wird, der durchschnittliche Schläger, Kleindealer, Ladendieb oder Trickbetrüger dagegen mehrheitlich achselzuckend zur Kenntnis genommen wird?

Wieso wird Alice Schwarzer, Uli Höneß oder Boris Becker eine Verurteilung wegen Steuerhinterziehung gänzlich verziehen, Dustin Hoffmann dagegen wegen einer in der Spannbreite möglicher Verfehlungen eher im unteren Bereich einzustufender sexueller Belästigung vor 32 Jahren zum sexistischen Feindbild erklärt?

Ist die gewaltfreie sexuelle Belästigung wirklich das verwerflichere Delikt als gefährliche Körperverletzung?

Ist es moralisch abstoßender, Jugendliche sexuell anzüglich gewaltfrei anzugehen, sie zu verprügeln oder ihnen Drogen zu verkaufen?

Diese moralische Absolutheit erschließt sich mir nicht.

Natürlich sollten Verfehlungen nicht schöngeredet werden. Aber allein bezugnehmend auf die in jüngster Vergangenheit öffentlich behaupteten Unpässlichkeiten (anders kann man die überwiegend im Raum stehenden Vorwürfe der #MeToo-Debatte beim beste Willen nicht subsummieren) die bis zu 30 und mehr Jahre zurückliegen, ist auch klar zu sagen, dass unser Strafrecht nicht ohne Grund darauf basiert, viele Jahre zurückliegende Sachverhalte im Regelfall eher ruhen zu lassen, sofern es sich nicht um schwerste Tötungs- oder Gewaltdelikte handelt. Das Stichwort lautet Verjährung.

Es ist einfach schwierig bis unmöglich, ein 10, 20 oder 30 Jahre zurückliegendes sexuelles Vergehen zu beweisen, bei dem es – außer den beiden Beteiligten – schlicht keine Zeugen oder Beweise gibt, von der objektiven Wahrheit bei Sexualdelikten ganz zu schweigen.

Denn nirgendwo sonst ist das Potential einer intentionalen, aber auch einer nicht intentionalen Falschaussage strukturell höher.

Mehr zum Thema: Ein Psychologe erklärt: Wenn Männer Frauen Gewalt antun, hat das häufig diese eine Ursache

Und ist es nicht eine krasse Überdehnung der Aufgabe des Strafrechts, wenn nun sozialübliche, aber erfolglose körperliche Annäherungen, etwa, wenn eine Person mit dem Ziel “einverständlicher Sexualkontakt“ einer anderen den Arm um die Schulter oder die Hand aufs Bein legt, dann aber feststellen muss, dass das Interesse einseitig ist, unter Strafe stehen?

Wieso interessiert es niemanden, dass der Strafrahmen für eine einfache sexuelle Nötigung eines Erwachsenen nach der Sexualstrafrechtsreform schwerer bestraft wird, als der sexuelle Missbrauch von Kindern?

Wie kann es sein, dass eine Verleger-Größe wie Jakob Augstein die anonyme Denunziation potentiell Unschuldiger als “Ruf zu den Waffen” zu einer “neuen sexuellen Revolution” als nötig gutheißt und falschbezichtigte Männer bewusst in Kauf nimmt, um ihnen das Fürchten zu lehren, sogar jene Fälle der zu Unrecht inhaftierten vermeintlichen Sexualstraftäter Arnold und Kachelmann explizit anführt und damit die Freiheitsberaubung in mittelbarer Täterschaft für notwendig hält?

Konsequenz wäre eine Gesellschaft mit strikter körperlicher Distanz, in der sexuelles Interesse noch nicht einmal verbal bekundet, geschwiege denn risikofrei vollzogen werden dürfte. Der Begriff des sexuellen Abenteuers hat schon jetzt eine ganz neue Bedeutung erfahren.


9-Jähriger verzichtet auf Spielekonsole, um Obdachlosen zu helfen

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Mit einer selbstlosen Tat hat der 9-jährige Mikah Frye aus dem US-Bundesstaat Ohio der Welt gezeigt, um was es an Weihnachten wirklich geht.

Als Mikah vor einer Woche zu Besuch bei seiner Großmutter Terry Brant war, bemerkte er einige Obdachlose auf der Straße in der Kälte.

Mikah soll darauf seine Großmutter verwundert gefragt haben, ob man für die Obdachlosen nicht ein paar Decken kaufen könne. Das berichtete unter anderem das US-Nachrichtenmedium “Fox 8 Cleveland”.

Seine Großmutter fragte ihn, ob er bereit wäre, eines seiner Weihnachtsgeschenke gegen einige Decken einzutauschen. Mikah stimmte zu.

Eine kleine Geste mit einer großen Wirkung

Zuhause angekommen machte der Junge seiner Großmutter einen Vorschlag. 

Er sagte: “Wenn die Xbox 300 Dollar kostet und eine Decke 10 Dollar, dann kann ich 30 Decken kaufen.”

Und genau diesen Plan setzte die Familie dann auch in die Tat um.

Am Enden spendete Mikah und seine Eltern sogar 60 Decken an die Hilfsorganisation “Access”. Das bestätigte die Geschäftsführerin von Access, Cathy Thiemens, gegenüber “Fox 8 Cleveland”.

Doch damit nicht genug: Zu jeder Decke hat Mikah auch noch einen Brief gesteckt.

➨ Mehr zum Thema: “Ich muss mir Klopapier borgen” - wie das Arbeitsamt mir Weihnachten versaut hat

“Als ich sechs Jahre alt war, lebten meine Mutter und ich in Kirchen. Ich bekam dort zwar eine Decke, aber die musste ich wieder zurückgeben.

Deswegen möchte ich, dass du deine eigene Decke bekommst. Heute lebe ich in meinem eigenen Haus und eines Tages wirst du das auch! Dein Freund Mikah.“

Die Familie saß selbst schon auf der Straße

Der 9-Jährige weiß selbst, wie es sich anfühlt auf der Straße zu leben und kein Zuhause zu haben. 

“Vor ungefähr drei Jahren hatten wir einige finanzielle Probleme und so landeten mein Mann, Mikah und ich auf der Straße. Nach einigen Wochen konnten wir ein neues Zuhause finden”, erklärte die Mutter des 9-Jährigen “Fox 8 Cleveland”. 

In dieser Zeit hat Mikah gelernt, wie hart das Leben ohne einen festen Wohnsitz ist. Und auf was im Leben wirklich ankommt. 

Am Ende ist der 9-Jährige auch nicht leer ausgegangen. Da eine Vielzahl an US-amerikanischen Medien über die berührende Geschichte berichteten, wurde der Technologie-Riese Microsoft auf Mikah aufmerksam.

Mitarbeiter eines lokalen Microsoft-Geschäfts luden den kleinen Jungen und seine Familie in ihre Verkaufsstelle ein und überreichten ihm eine neue Xbox One S.

Mikahs heldenhaftes Weihnachtsgeschenk zeigt, wie man mit einer kleinen Geste, viele Menschen glücklich machen kann.

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Weihnachten in Armut: Morgen Kinder wird’s nix geben

Glühwein, Tannenbaumschmuck, Geschenke: Wer Weihnachten richtig feiern möchte, muss tief in die Tasche greifen. Besonders für ärmere Familien wird das besinnliche Fest so zu einem jährlichen Stresstest. In der HuffPost sprechen Hartz-IV-Bezieher, Obdachlose, Alleinerziehende und Sozialarbeiter davon, wie die Ärmsten der Ärmsten Weihnachten verbringen

Was sich arme Menschen auf Deutschlands Straßen zu Weihnachten wünschen

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Wie Haustiere in Deutschland unter Hartz-IV leiden

Ehemaliger Amazon-Mitarbeiter klagt an: Wir ermöglichen euch tolle Weihnachten und werden selbst nur ausgebeutet

Wie ich als Kind armer Eltern die Adventszeit in Deutschland erlebte

Mutter bekommt Todesdiagnose - Spenden können ihr noch etwas Zeit mit ihren Kindern verschaffen

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  • Krebs im Endstadium: Diese schockierende Diagnose hat eine fünffache Mutter erhalten
  • Jetzt kämpft sie um eine Immuntherapie, die ihr mehr gemeinsame Zeit mit ihren Kindern verschaffen soll

Ihre Mutter zu verlieren ist mit das Schlimmste, das Kindern passieren kann. Die fünf Töchter und Söhne von Karen Land aber wird genau dieses schlimme Schicksal wohl bald ereilen.

Eben erst hatte die Britin ihre Ausbildung zu ihrem Traumjob bei der Feuerwehr beendet, jetzt erhielt sie die schreckliche Nachricht: Sie hat nur noch drei Monate zu leben.

Die 39-Jährige hatte einen Knoten in ihrer Brust entdeckt. Im Krankenhaus stellte sich heraus, dass es sich um Brustkrebs im Endstadium handelt. 

Für Karens fünf Kinder ist die Diagnose ein Riesenschock.

“Es ging alles so schnell”, sagte die Mutter der Nachrichtenseite “Nottingham Post”. “Vor neun Wochen war ich noch fit und gesund und habe für meinen Traumjob trainiert. Jetzt habe ich nur noch drei Monate zu leben. Es ist surreal, ich stehe immer noch unter Schock.”

“Ich will meinen Kindern keine Angst machen”

Besonders schlimm ist diese Nachricht für ihre fünf Kinder Luke (23), Jamie (19), Adam (18), Samuel (8) und Ruby (6). “Die Älteren verstehen das alles und es ist sehr verstörend für sie”, sagte Land der Zeitung. “Sam und Ruby wissen nur, dass es mir schlecht geht, aber sie wissen nicht genau, was los ist. Ich will sie nicht verängstigen.”

Land möchte noch mehr Zeit mit ihren Kindern.

Die Britin hat eine Crowdfunding-Kampagne auf der Seite “JustGiving” eingerichtet. Der Knoten sei operativ entfernt worden, ebenso die Lymphknoten, schreibt Land dort.

Die Behandlung sei jedoch nicht erfolgreich gewesen, da der Krebs schon weiter fortgeschritten war, als die Ärzte erwartet hatten.

Mehr zum Thema: Eine Frau starb an Krebs - weil sie ihren Vater als Kind umarmte

Ein CT-Untersuchung habe dann die schreckliche Gewissheit gebracht: Der Krebs war bereits bis in den oberen Brustbereich und den Hals vorgedrungen.

Für Land gibt es keine Chance mehr auf Heilung.

Durch Spenden will Land die Therapie finanzieren

Die Nachricht war für die ganze Familie ein Schock. Jetzt kämpft Land für mehr Zeit mit ihrem Mann und den Kindern. Die soll eine neue Immuntherapie bringen.

Doch die Therapie ist nur privat oder in einer Klinik in Deutschland erhältlich, wo jede einzelne Behandlung 5000 Pfund (etwa 5600 Euro) kostet. 

Karen Land und ihr Mann Kevin Brett. 

“Die Behandlung wird mich nicht heilen, aber sie verschafft mir mehr Zeit, als eine Chemotherapie es wohl tun würde”, sagte die Mutter der “Nottingham Post”. 

Um die teure Immuntherapie zu bezahlen, sammeln Land und ihre Familie nun Spenden. 18.600 Pfund sind bereits zusammengekommen (Stand: 19. Dezember). Ihr Ziel, um die Behandlung finanzieren zu können, liegt bei 100.000 Pfund.

Gerade erst hatte Land ihre Ausbildung zur Feuerwehrfrau abgeschlossen.

Auch der Verlust ihres Jobs macht der Mutter sehr zu schaffen. “Die Arbeit bedeutet mir viel”, sagte Land der “Nottingham Post”.

“Es war so schwierig, diese Ausbildung zu bekommen. Ich habe so hart dafür gearbeitet. Gerade als ich endlich meinen Traum erreicht hatte, wurde mir wieder alles genommen”, sagte Land der “Nottingham Post”. Ihr Mann Kevin Brett arbeitet ebenfalls bei der Feuerwehr.

Mehr zum Thema: Diagnose Krebs: Diese 4 Kinder sprechen über ihre Krankheit und ihre Stärke ist inspirierend

Die 36-Jährige hofft, dass ihr die Therapie ermöglicht, noch eine Weile als Feuerwehrfrau zu arbeiten. “Das wäre fantastisch”, sagte sie. 

(lk)

Ist Deutschland ein Jahr nach dem Breitscheidplatz-Terror sicherer? Das sagt Wolfgang Bosbach

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Der Breitscheidplatz – ein Jahr nach dem Terroranschlag.
  • Ein Jahr ist seit dem Breitscheidplatz-Attentat vergangen
  • Ist Deutschland seither sicherer geworden? CDU-Innenexperte Bosbach ordnet ein

Ein goldener Riss zieht sich über den Berliner Breitscheidplatz.

Die Einkerbung im Boden beginnt an der an der Gedächtniskirche, 17 Meter lang spaltet sie den Platz. Dann verliert sich die Linie.

Der goldene Riss, den Berlins regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Dienstag in Berlin präsentierte, soll als Mahnmal an den Terroranschlag vom 19. Dezember 2016 erinnern.

Symbolisch steht er für die tiefe Wunde, die das Attentat im Leben der Betroffenen hinterließ.

Für die Bundesregierung ist das Mahnmal auch eine Erinnerung an die eigene Verantwortung, die Bürger besser vor terroristischen Gefahren zu schützen. Viel wurde diskutiert. 

Doch was hat sich im Jahr nach dem Anschlag wirklich getan?

Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden

Einer, der sich, wie kaum ein anderer Politiker jahrelang um die nationale Sicherheit bemüht hat, ist CDU-Innenexperte Wolfgang Bosbach.

Er sieht weiter Nachholbedarf. “Wir müssen die Zusammenarbeit der Sicherheitsbehörden weiter verbessern”, sagt Bosbach der HuffPost.

Wolfgang Bosbach arbeitete zuletzt in der NRW-Sicherheitskommission der CDU.

Das Problem: Die Polizei ist weiter Ländersache. Bisher – so auch im Falle des Berlin-Terroristen Anis Amri – scheiterte die konsequente Verfolgung von potenziellen Straftätern oft an der Zusammenführung von Informationen.

Das 2004 gegründete Gemeinsame Terrorabwehrzentrum (GTAZ) soll die Zusammenarbeit von Bund und Ländern zwar koordinieren, kann aber zum Beispiel keine eigene Aufträge erteilen.

Noch komplexer ist es, wenn es um Informationen aus anderen EU-Staaten geht: Bis die Datenbanken in den Bereichen Sicherheit, Grenzschutz und Migrationssteuerung vereinheitlicht sind, wird es wohl noch bis 2020 dauern.

Strengere Abschiebepolitik

Bosbach sieht dafür in einem anderen Punkt Fortschritte. “Der Gesetzgeber hat bereits die Vorraussetzungen für die sogenannte Abschiebehaft erweitert – endlich!”, sagt der langjährige CDU-Abgeordnete.

Innenminister Thomas de Maizière (CDU) und Justizminister Heiko Maas (SPD) haben dazu die Möglichkeiten erweitert, Gefährder in Abschiebehaft zu nehmen.

Der Spielraum der Behörden ist durchaus groß: Denn als Gefährder kann jeder definiert werden, dem aufgrund bestimmter Handlungen ein Anschlag zugetraut wird.

Mehr zum Thema: Guantanamo in Bayern? CSU-Innenminister Herrmann will Gefährder präventiv einsperren lassen

Dazu kommt: Die mögliche Dauer einer Abschiebehaft wurde auf bis zu eineinhalb Jahre verlängert.  Breitscheidplatz-Attentäter Amri war nicht in Haft genommen worden, da Tunesien notwendige Papiere nicht ausstellen wollte.

Vor der Gesetzesänderung war aber nur eine Haft von drei Monaten erlaubt.

Bosbach kritisiert im Fall Amri: “NRW hätte zumindest versuchen müssen, eine Abschiebungsordnung zu erwirken. Es ist völlig unverständlich, warum das unterblieben ist.”

Jetzt, wo sich die gesetzlichen Rahmenbedingungen geändert haben, klappen die Rückführungen von Terrorverdächtigen offenbar besser.

2017 wurden laut Bundesinnenminister bereits 50 Gefährder abgeschoben, deutlich mehr als in den Jahren zuvor.

Bosbach: “Wir brauchen Klarheit, wer einreist”

Eine wichtige Maßnahme aber fehle noch, findet Bosbach.

“Wir sollten keine Drittstaatsangehörigen mehr einreisen lassen mit völlig ungeklärter Identität und Nationalität”, sagt der CDU-Politiker der HuffPost. “Wir brauchen Klarheit darüber, wer zu uns einreisen und hier leben will.”

Derweil machen andere Fälle klar, dass eine alleinige Verschärfung der behördlichen Maßnahmen nicht automatisch die Sicherheit erhöht.

So wurde seit dem Breitscheidplatz-Attentat auch die Fußfessel als Mittel gegen potenzielle Extremisten eingeführt. Mit zweifelhaftem Erfolg.

Laut der “Süddeutschen Zeitung” wurde nur einem Gefährder bislang eine Fußfessel umgelegt. Er stieg in ein Flugzeug nach Griechenland – und reiste aus. 

(jg)

20 Jahre "Titanic": Das macht Film-Bösewicht Billy Zane heute

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  • Leonardo DiCaprio und Kate Winslet gehören seit dem Film “Titanic” zu den absoluten Superstars in Hollywood

  • Doch was macht Schauspieler Billy Zane heute, der in dem Kultfilm so überzeugend den Bösewicht verkörperte?

  • Oben im Video: So sehen die “Titanic”-Stars heute aus - sie haben sich ganz schön verändert

Leonardo DiCaprio und Kate Winslet gehören schon seit vielen Jahren zu den absoluten Superstars aus Hollywood. Der Durchbruch gelang den beiden Schauspielern mit dem bis heute erfolgreichen Klassiker “Titanic”.

Doch was wurde eigentlich aus dem restlichen Cast des Kultfilms?

Schauspieler Billy Zane ist auch heute noch erfolgreich

Wie das Online-Video-Portal “Bit Projects” berichtet, hat Regisseur James Cameron von “Titanic” stark profitiert. Elf Oscars und vier Golden Globes kassierte Cameron für sein Meisterwerk.

Heute zählt Cameron mit preisgekrönten Filmen wie “Avatar” zu den erfolgreichsten Regisseuren aller Zeiten.

Auch Billy Zane, der den Bösewicht verkörperte, konnte an den Erfolg anknüpfen. Er spielte den gutaussehenden, aber grausamen Caledon Hockley, Roses Verlobten.

Zane ist auch heute noch in der Filmbranche ein gern gesehener Schauspieler. Er spielt in zahlreichen Filmen und vor allem in Serien wichtige Rollen. So war er in den Serien Twin Peaks, Boston Public und Charmed – Zauberhafte Hexen zu sehen.

Mehr zum Thema: Leonardo DiCaprio: Elf spannende Fakten über den neuen Oscarpreisträger

Bei Danny Nucci blieb die Weltkarriere aus

Aber was ist mit dem Darsteller von Jacks italienischem Kumpel und Weggefährten Fabrizio de Rossi passiert? Der Charakter wurde von Schauspieler Danny Nucci verkörpert, der in “Titanic” an der Seite von Leonardo DiCaprio spielte.

Eine Weltkarriere wie sein Kollege kann Nucci aber heute nicht vorweisen. Der in Klagenfurt geborene Schauspieler spielt momentan hauptsächlich in Serien mit.

Auch Frances Fisher wird den meisten “Titanic”-Fans noch als Roses kaltherzige Mutter Ruth DeWitt Bukater in Erinnerung sein. Und auch heute ist Fisher noch erfolgreich als Schauspielerin unterwegs. So spielte sie bei “Die Frau in Gold” und “Das Glück an meiner Seite” mit. 

(ujo)

Die CSU spürt: Die Zeiten absoluter Mehrheiten sind wohl vorbei

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Der CSU-Parteitag war richtig terminiert – kurz vor Weihnachten, dem Fest der Liebe. Und so hatten sich in den Nürnberger Messehallen alle lieb – oder vermittelten wenigsten den Eindruck:

Angela Merkel und Horst Seehofer, die wegen der Flüchtlingskrise seit 2015 heftig zerstrittenen CDU-Vorsitzende und der CSU-Chef.

Das nächste “Liebespaar“: Seehofer und Markus Söder, der zum vorzeitigen Rückzug gezwungene bayerische Ministerpräsident und sein ungeliebter Nachfolger.

Doch nicht nur Weihnachten naht; es naht auch die in zehn Monaten anstehende bayerische Landtagswahl. Und die ist für die bayerische Staatspartei noch wichtiger als Weihnachten und Ostern zusammen. 

Die CSU steckt in Schwierigkeiten

Der vorzeitige Ausbruch des Weihnachtsfriedens war nicht das einzige erwähnenswerte Ereignis des CSU-Parteitags. Das zweite: In allen Reden schimmerte durch, dass die CSU in Schwierigkeiten steckt, obwohl das Land unverändert keinen Vergleich zu scheuen braucht.

Ob bei der Beschäftigung oder dem Wachstum, ob bei Bildung oder Staatsfinanzen liegt Bayern im Ländervergleich vorn. Aber erstens gewöhnen sich die Leute an die vergleichsweise gute Lage, ohne lange darüber nachzudenken, wer dafür politisch verantwortlich ist.

Mehr zum Thema: Die CSU versinkt im Chaos: Warum jetzt ein langer Streit droht - und eine schmerzhafte Wahlniederlage

Zugleich spüren die Bayern auch, dass beispielsweise der Nahverkehr in den Ballungsräumen leistungsfähiger sein könnte, dass die umfassende Daseinsvorsorge in ländlichen Räumen bisweilen zu wünschen übrig lässt und dass Wohnraum in den Großstädten für Normalverdiener kaum noch erschwinglich ist, von eigenen vier Wänden ganz zu schweigen.

Der CSU hilft, dass die in den Umfragen bei 15 Prozent dahin dümpelnde bayerische SPD eine schwächliche Opposition darstellt. Die eigentliche politische Gefahr droht von rechts.

Seehofer konnte die AfD nicht bezwingen

Seehofers Opposition gegen Merkels Flüchtlingspolitik der offenen Tür hat die AfD nicht klein halten können. Bei der Landtagswahl im Herbst 2018 könnten zudem die ebenfalls am rechten Rand agierenden Freien Wähler den Wiedereinzug in den Landtag schaffen.

Auch wenn die CSU in den jüngsten Umfragen wieder bei 40 Prozent liegt, scheint die absolute Mehrheit in unerreichbarer Ferne zu liegen.

Markus Söder hatte deshalb im Vorfeld des Parteitags die Messlatte schon mal niedriger gelegt. Er verwies darauf, dass die CSU seit 2003 nie mehr “das klassische Ergebnis von 50 Prozent plus X“ erreicht hat.

Auch auf dem Parteitag legte er sich nicht auf das alte CSU-Maß fest. Womit er die Erwartungen, er könne 2018 locker an die alte CSU-Herrlichkeit anknüpfen, zu dämpfen suchte.

Das war natürlich vorbeugende Selbstverteidigung: Söder will sich nicht an unrealistischen Erwartungen messen lassen - und für zu leicht befunden werden.

“Uns zieht niemand die Lederhosen aus”

Wobei Seehofer ihm dabei half: Der scheidende Ministerpräsident nahm das Wort von der absoluten Mehrheit ebenfalls kein einziges Mal in den Mund.

Er agierte eher defensiv: “Wenn wir zusammenhalten, zieht uns niemand die Lederhose aus.“ Früher hatten die CSU-Mannen eher den konkurrierenden Parteien gedroht, ihnen die Lederhosen auszuziehen.

Franz Josef Strauß, der Übervater der Partei, hatte einst die Parole ausgegeben, rechts von der Union dürfe es niemals eine “demokratisch legitimierte Partei von Relevanz“ geben.

➨ Mehr zum Thema: So scharf urteilt die Presse über den nächsten bayerischen Ministerpräsidenten

Das haben seine Nach-Nachfolger nicht einhalten können. Sie beschwören dieses Ziel kaum noch.

Die eigentliche Botschaft von Nürnberg wurde nicht ausgesprochen. Aber sie war das zentrale Thema der Delegierten untereinander:

Die CSU richtet sich auf die neue parteipolitische Realität ein – auf Parlamente mit fünf oder sechs Parteien und ohne absolute Mehrheiten - selbst in Bayern. Das ist nicht etwas Ausdruck neuer christlich-sozialer Bescheidenheit. Es ist eher ein neuer weiß-blauer Realismus.

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